Sonntag, 24. Januar 2016

Skilehrer als Vorbilder

Der Präventionsgedanke ist oberstes Gebot der Sensibilisierungskampagne „Ich habe Spaß,GANZ SICHER“, die gestern imSkigebiet Vals-Jochtal Station machte. Denn bereits in der Skilehrerausbildung spielt die Vermittlung des Sicherheitsdenkens eine wichtige Rolle,wie Südtirols „Oberskilehrer“ Claudio Zorzi im Gespräch betont.

Herr Zorzi, Sie sind nicht nur Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer in Südtirol, sondern auch für die Ausbildung und Fortbildung der Skilehrer zuständig. Wie wird man Skilehrer in Südtirol?

Claudio Zorzi: Interessierte müssen im Jahr, in welchem sie die erste Aufnahmeprüfung ablegen, 18 Jahre alt werden und können sich über unsere Homepage www.snowsport.bz.it zur praktischen Aufnahmeprüfung, die immer im Frühjahr stattfindet, anmelden. Auf dieser Homepage finden die Interessierten auch alle Infos zu den Übungen, welche bei der Prüfung gezeigt werden müssen.

Wenn jemand die Aufnahmeprüfung erfolgreich bestanden hat, kann er/sie dann sofort unterrichten?

Z: Nach der Aufnahmeprüfung folgt zunächst ein erster Theorieteil mit Prüfung noch im Frühjahr, im Herbst folgt dann ein praktischer Ausbildungsteil, nach Beendigung des praktischen Teils und der erfolgreichen Didaktik- Prüfung wird nach 20 Tagen Gesamtausbildung aus dem Kandidaten ein Assistent, der in einer Skischule unterrichten darf.

Wie lange dauert die Ausbildung in Südtirol?

Z: Die Ausbildung zum Skilehrer umfasst 90 Tage, wobei im ersten Jahr insgesamt 20 Tage anfallen. Um das weitere Ausbildungsprogramm angehen zu können, das weitere 70 Kurstage beinhaltet, muss der Kandidat einen zweiten praktischen Aufnahmetest erfolgreich bestehen. Sie haben bereits angesprochen, dass es theoretische und praktische Einheiten gibt.

Werden die zukünftigen Skilehrer auch im Hinblick auf die Sicherheit der Kunden geschult?

Z: Sowohl theoretisch, als auch praktisch werden die zukünftigen Skilehrer in Richtung Sicherheit geschult: Teil der Ausbildung sind Erste-Hilfe- Kurs, Lawinen- und Wetterkunde. Viel Wert wird darauf gelegt, dass die zukünftigen Skilehrer das richtige Verhalten beim Skifahren vermitteln können und sich sicher im Gelände bewegen können. Kenntnisse über zivil-und strafrechtliche Haftung im Skilehrerberuf werden dabei vermittelt.

Neben der Ausbildung gibt es ja auch regelmäßige Fortbildungskurse für Skilehrer. Wird auch dort über Sicherheit gesprochen?

Z: In den Fortbildungskursen, die von jedem Skilehrer im Zwei-Jahres-Rhythmus besucht werden müssen, werden neben den neuesten didaktischen Erkenntnissen immer auch ein praktisch- theoretischer Auffrischungskurs in Erster-Hilfe, sowie Sicherheitsthemen beim Skifahren von Experten vorgetragen. Während der gesamten Skilehrer-Ausbildung besteht für die Auszubildenden Helmpflicht – in den Fortbildungskursen werden die Skilehrer immer wieder auf die Wichtigkeit des Helms und ihre Vorbildfunktion hingewiesen. Wichtig ist uns außerdem, allen Kunden der Skischulen zu vermitteln, dass Skifahren, Langlaufen und Snowboarden keine gefährlichen Sportarten sind, sofern jeder Einzelne mit Rücksicht und Vorsicht auf den Pisten unterwegs sein sollte.

stol