Freitag, 15. Juli 2016

Staatsanwalt: 10 Kinder und Jugendliche unter Toten

Bei dem Anschlag in Nizza sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 200 verletzt worden. Unter den Todesopfern sind auch zehn Kinder und Jugendliche. Dies hat der zuständige Staatsanwalt Francois Molins am Freitag in Nizza mitgeteilt

Blumen werden in der Nähe des Anschlagsort niedergelegt. - Foto: LaPresse
Blumen werden in der Nähe des Anschlagsort niedergelegt. - Foto: LaPresse

52 Menschen schwebten noch in Lebensgefahr. Den Namen des Täters gab der Staatsanwalt mit Mohamed Lahouaiej-Bouhlel an, bei ihm handelt es sich um einen 31-jähriger Tunesier.
Die Ermittler untersuchten noch immer, ob der Attentäter allein oder in einer Gruppe gehandelt hat. Niemand habe sich bekannt, aber vieles deute auf eine Terrorgruppe. Das Attentat von Nizza entspreche „exakt den ständigen Mordaufrufen“ der Jihadisten.

Weiters sagte Staatsanwalt Molins, der Attentäter von Nizza sei im März wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Dabei ging es nach Angaben der französischen Behörden um einen Streit nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann eine Holzpalette auf seinen Kontrahenten geworfen habe.

Geheimdiensten völlig unbekannt

Nach Angaben des Staatsanwalts war der 31-jährige Tunesier den Geheimdiensten „vollkommen unbekannt“. Er sei auch in keiner Datenbank wegen möglicher Radikalisierung geführt worden. Vor seiner Erschießung habe er mehrfach auf Polizisten geschossen.

Das Fahrzeug habe Bouhlel am 11. Juli gemietet. Er sei allein mit dem Fahrrad gekommen und habe den Lkw, den er am 13. Juli zurückbringen sollte, in einem Viertel von Nizza abgestellt.

Am 14. Juli sei er gegen 22.30 Uhr aufgetaucht und habe dann den Anschlag verübt. Das Fahrrad sei im Laderaum des Lkw sichergestellt worden, so der Staatsanwalt.

apa/afp/dpa/reuters/ansa

stol