Das Museum in der Heimatgemeinde von Peter Anich hat nur einen Ausstellungsraum, aber die dort ausgestellten Exponate sind umso sehenswerter. <BR /><BR />Johanna Obojes-Rubatscher, die Kustodin der Ausstellung und Bürgermeisterin von Oberperfuss, ist fasziniert vom Werdegang des Bauernbuben Peter Anich. „Man muss sich überlegen, in welcher Zeit Peter Anich aufgewachsen ist. Er hatte keine Schulausbildung und hat sich erst mit 28 Jahren alles beigebracht. Er wurde dabei vom Jesuitenpater und Universitätsprofessor Ignaz von Weinhart gefördert und unterstützt “, erzählt die Kustodin.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="956770_image" /></div> <BR /><BR />Ein Blick in die Vitrinen offenbart wahre Schätze: Vermessungsgeräte, die er zum Teil selbst gebaut hat, Feldtaschen, Zirkel, händische Aufzeichnungen, Kompasse und natürlich seine bekannten Globen bzw. Karten. <BR /><BR />„Wir haben wenig Exponate zugekauft, das meiste stammt von Peter Anich selbst“, versichert die Kustodin. Das Geburtshaus von Peter Anich steht zwar nicht mehr, aber die von ihm geschaffene Sonnenuhr konnte gerettet werden. Peter Anich und sein gelehriger Schüler und Mitarbeiter Blasius Hueber, der ebenfalls aus Oberperfuss stammt, sind als die „Bauernkartographen“ in die Geschichte eingegangen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="956773_image" /></div> <BR /><BR /> Ihr „Atlas Tyrolensis“ hat Anich und Hueber über die Grenzen der Heimat bekannt gemacht. Dabei handelt es sich um die erste Karte Tirols, die auf einer genauen Vermessung beruht. Dieses berühmte Werk finden die Museumsbesucher zwischen den Porträts der beiden Kartografen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="956776_image" /></div> <BR /><BR />Und die Kustodin hat sich für den 200. Geburtstag etwas besonderes einfallen lassen. „Zum 250. Todestag habe ich ein Theaterstück über das Leben von Peter Anich geschrieben. Und ich habe mir gedacht, wenn wir heuer die Leute wieder ins Theater bringen wollen, können wir dieses Stück nicht noch einmal aufführen, sondern wir müssen etwas ganz anderes machen“, erklärt Obojes-Rubatscher. <BR /><BR />Gesagt, getan. „Ich habe Peter Anich mit der Jetzt-Zeit verknüpft und zwar mit einem Seminar an der Hochschule. Da spielt Künstliche Intelligenz, WhatsApp und sonstige Software mit und die Studenten müssen sich dabei auf ein Experiment einlassen“, bestätigt die Autorin, die auch die Spielleitung über hat. „Wir wollen damit speziell die jungen Leute ansprechen“, so die Spielleiterin. <BR /><BR />Das Stück „#peteranich“ wird noch bis Ende Oktober im Peter Anich-Haus in Oberperfuss aufgeführt.