Mittwoch, 30. August 2017

Tag der Schöpfung: Papst ruft zu mehr Respekt für die Umwelt auf

Papst Franziskus hat am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz zu mehr Respekt für die Umwelt aufgerufen.

Papst Franziskus hat am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz zu mehr Respekt für die Umwelt aufgerufen.
Papst Franziskus hat am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz zu mehr Respekt für die Umwelt aufgerufen. - Foto: © APA/AFP

Er lud laut Kathpress Gläubige aller Religionen zur Teilnahme an der „Schöpfungszeit“ ein, die mit dem ökumenischen Tag der Schöpfung am 1. September beginnt und den Blick auf den rücksichtsvollen Umgang mit der Schöpfung lenkt.

Der Papst kündigte eine gemeinsame Botschaft mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., für den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am Freitag an. Das Oberhaupt der Weltorthodoxie gilt als profiliertester Kirchenvertreter in Sachen Umweltschutz und startete die Initiative zu dem Gebetstag.

„Unser Handeln führt zu globaler Erwärmung“

Der Kurienbischof Marcelo Sanchez Sorondo sagte in einem Interview mit österreichischen Kirchenzeitungen am Rande des Europäischen Forums Alpbach zum Tag der Schöpfung: „Wir müssen uns vor Augen führen, dass das Handeln von Menschen, wie die Nutzung von Erdöl, zu globaler Erwärmung führt. Die Kirche hat die Verpflichtung, den Menschen zu sagen: 'Wir sind in dieser Situation und wir müssen etwas ändern.“

Zugleich müsse sie „daran erinnern, die Abkommen gegen die Klimaerwärmung einzuhalten, und auf die sozialen Folgen des Klimawandels hinweisen: viele Flüchtlinge und neue Formen der Sklaverei“.

Es geht laut Sanchez darum, mittels fundierter Wissenschaft die Situation unseres Planeten wahrzunehmen. Auf den Einwand, US-Präsident Donald Trump spreche angesichts der Forderung von sauberer Energie von „sauberer Kohle“, antwortete Sanchez lapidar: „Wir brauchen keine Wortwitze. Es ist doch klar, worum es geht.“

Religionen sollen bei ethischen Themen zusammenarbeiten

Sanchez, der die interreligiöse Initiative „Ethics in Action“ 2016 mitbegründete, betonte, dass man endlich handeln müsse. Mit Blick auf die in der Initiative vertretenen Religionen betonte Sanchez, es sei dazu nicht notwendig, verschiedene Vorstellungen von Gott zu diskutieren. „Religionen können stattdessen bei ethischen Themen zusammenarbeiten.“

Die mit September startende fünfwöchige Schöpfungszeit findet ihren End- und Höhepunkt am 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus. Seit 2015 ist der bereits davor ökumenisch begangene „Schöpfungstag“ am 1. September offiziell als „Weltgebetstag für die Schöpfung“ im katholischen Kalender eingetragen.

Die ökumenisch und interreligiös ausgerichteten Feiern sollen dabei besonders in Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation durch Martin Luther ein „Zeugnis für die Einheit“ geben.

stol