Sonntag, 07. Januar 2018

Tote und Vermisste bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Bei der ersten Flüchtlingstragödie des neuen Jahres im Mittelmeer sind vor der libyschen Küste mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden am Wochenende noch vermisst.

Foto: © APA/AFP

86 Migranten konnten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa von der italienischen Küstenwache und Marine gerettet werden, darunter auch zahlreiche Kinder und Frauen. Ihr Schlauchboot war untergegangen.

Die Seenotretter der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch twitterten, bei dem Unglück seien vermutlich mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Die spanische Organisation Proactiva Open Arms teilte mit, Dutzende Migranten würden nach dem jüngsten Unglück vermutlich nie gefunden. „Die Totenzählung für 2018 hat soeben begonnen. Traurigkeit und Verzweiflung“, twitterte der Proactiva-Gründer Oscar Camps.

Die Überlebenden und die Toten sollten nach Sizilien gebracht werden. Sie wurden in der Nacht zum Montag in Catania erwartet. Die libysche Küstenwache rettete nach Angaben vom Sonntag etwa 200 Migranten, die sich auf zwei anderen Schlauchbooten befanden.

Die Migrationsroute über das Mittelmeer nach Europa ist die gefährlichste der Welt. 2017 starben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 3000 Menschen in den Fluten.

dpa

stol