Sonntag, 05. November 2017

Tote Zivilisten nach US-Luftangriffen in Afghanistan

Bei einem US-Luftangriff in der afghanischen Provinz Kunduz sind Berichten zufolge mehrere Zivilisten getötet worden. Über die genaue Opferzahl gab es unterschiedliche Angaben.

Mehrere Zivilisten wurden bei dem Angriff getötet.
Mehrere Zivilisten wurden bei dem Angriff getötet. - Foto: © APA/DPA

Ein Vertreter der Provinzbehörden sagte am Sonntag, es seien 22 Zivilisten getötet und 40 weitere verletzt worden. Die Angriffe auf drei Dörfer im Bezirk Khar Dara hätten am Freitag stattgefunden.

Andere Mitglieder des Provinzrates von Kunduz sprachen von 14 Toten. Den Berichten zufolge hatten Taliban-Kämpfer die Dorfbewohner gezwungen, Leichen von getöteten Extremisten zu bergen, als sich der Angriff ereignete.

Die US-Streitkräfte teilten in einem E-Mail vom Samstagabend (Ortszeit) mit, die Vorwürfe seien bekannt und würden untersucht. Ein Sprecher der afghanischen Streitkräfte in Kunduz wies die Berichte über zivile Opfer bei der Militäroperation zurück. Die afghanischen Streitkräfte gehen seit mehreren Tagen in dem Bezirk verstärkt gegen radikal-islamische Taliban vor.

Der Bezirk Khar Dara gilt als sehr unsicher. 2008 wurden dort bei einem Taliban-Anschlag auf die Deutsche Bundeswehr zwei Soldaten getötet.

apa/dpa 

stol