Donnerstag, 14. Juni 2018

Trotz Migrationsstreits: Conte fährt nach Paris

Trotz Streitigkeiten in der Migrationsfrage trifft Italiens Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag wie geplant Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris. Das berichteten die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und ADNkronos unter Berufung auf den Regierungspalast.

Giuseppe Conte fährt wie geplant zu Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. - Foto: Apa/Afp/ Instagram Conte
Giuseppe Conte fährt wie geplant zu Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. - Foto: Apa/Afp/ Instagram Conte

Auch der Élyséepalast bestätigte das seit Tagen geplante Treffen. Macron und Conte hätten in der Nacht zum Donnerstag miteinander telefoniert. Macron sagte demnach, er habe keine Äußerungen gemacht, die Italien oder das italienische Volk kränken sollten. Die beiden Spitzenpolitiker hätten die Bereitschaft ihrer Länder bestätigt, Hilfe für Menschen in Not im Rahmen bestehender Regeln zu organisieren. „Das Gespräch war herzlich“, berichtete Europastaatssekretärin Nathalie Loiseau dem Radiosender Europe 1.

In Italien hatten Aussagen des französischen Regierungssprechers für Unmut gesorgt. Er hatte vom „Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung“ gesprochen, weil Italien einem Rettungsschiff mit Hunderten Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen des Landes verwehrt hatte.

Der französische Botschafter in Rom war daraufhin ins Außenministerium einbestellt worden. Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini hatte am Mittwoch mit der Absage des Treffens gedroht, sollte Frankreich sich nicht für die Bemerkung entschuldigen.

dpa

stol