Freitag, 22. Juli 2016

Trump: So ändere ich Amerika, wenn ich Präsident bin

Für viele war es bis zuletzt unglaublich: Trump ist der Kandidat der Republikaner. Zum Ende des Konvents schlug er einen weiten Bogen, wie er sich seine Präsidentschaft vorstellt.

Donald Trump
Donald Trump - Foto: © APA/AFP

Amerika zuerst, ein anderes Land sofort: Unter diese Überschrift will Donald Trump seine Präsidentschaft stellen, sollte er am 8. November zum US-Präsidenten gewählt werden. Der Immobilienmilliardär, der noch nie ein politisches Amt bekleidet hat, nahm in der Nacht zum Freitag in Cleveland unter riesigem Jubel zum Ende des viertägigen Konvents die Nominierung seiner Partei an. „Amerikanismus, nicht Globalismus, wird unser Credo sein“, rief er.

Im Ringen um das mächtigste Amt der Welt wird Trump (70) gegen die Demokratin Hillary Clinton (68) antreten, die nach aller Voraussicht in der kommenden Woche in Philadelphia von den Demokraten als Kandidatin nominiert werden wird.

Nie mehr auf die Elite verlassen – sagt der Milliardär

„Meine Botschaft lautet, dass sie die Dinge ändern müssen, und zwar genau jetzt“, sagte Trump. „Es ist an der Zeit, der Welt zu zeigen, dass Amerika zurück ist, besser und stärker als jemals zuvor.“ „Alle die, die Euch sagen, Ihr könnt nicht das Land haben, das Ihr möchtet, sind die gleichen, die Euch gesagt haben, dass ich heute Nacht unmöglich würde hier stehen können“, sagte Trump.

Nie mehr dürfe man sich verlassen auf die Eliten in Medien und Politik, die alles sagen würden, um ein zurechtgebogenes System am Leben zu erhalten. „Stattdessen müssen wir uns entscheiden, an Amerika zu glauben. Jetzt sieht uns die Geschichte zu.“

Seine Rede rockt den Saal

Trumps Rede war deutlich substanzieller und um Längen besser gearbeitet als bisherige Auftritte. Sie kombinierte alle von Anhängern umjubelten Elemente seiner bisherigen Kampagne mit Ernsthaftigkeit und Emotionalisierung. Sie kam im Saal ausgezeichnet an. Trump versuchte, sich präsidentiell zu geben.

Konkrete Vorschläge ließ die etwa 75-minütige Rede gleichwohl vermissen, das Programm ist gleichsam Trump selbst. „Ich habe die politische Arena betreten, damit die Mächtigen nicht länger auf Menschen einschlagen können, die sich nicht verteidigen können. Niemand kennt das System besser als ich, deswegen bin ich der Einzige, der es reparieren kann“, sagte Trump.

„Werde eine Mauer bauen“

Die Themen Handelsverträge und Arbeitsplätze sowie Recht und Ordnung nahmen in der Rede bei weitem den größten Raum ein. Trump sagte, er werde Millionen Jobs zurück in die USA bringen. Er wiederholte unter riesigen Jubel, dass er an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen werde. „Es kann ohne Gesetz und Ordnung kein Wachstum geben.“

Seine Gegnerin Clinton überzog er mit schweren Vorwürfen und Angriffen. Sie sei eine Marionette von Medien und Spendern. „Ich bin Eure Stimme“, rief Trump seinen Unterstützern zu. Der Milliardär will sich als Anwalt all derer in Amerika sehen, die lange ignoriert oder vernachlässigt worden seien.

Vor Clinton war alles besser

Außenpolitisch warf Trump einen Blick zurück in den Nahen Osten des Jahres 2009. Damals habe es die Terrororganisation Islamischer Staat noch nicht gegeben. „Libyen hat kooperiert, Ägypten war friedlich, der Irak hat eine Abnahme der Gewalt erlebt. Der Iran wurde von Sanktionen gedrosselt, Syrien war unter Kontrolle.“

Das alles habe Clinton als Außenministerin kaputt gemacht. Sie sei für das Ausbreiten des IS verantwortlich. Heute liege Libyen in Trümmern, Ägypten werde gezwungenermaßen wieder vom Militär kontrolliert, der Irak sei ein Chaos. Der Atom-Deal mit dem Iran müsse aufgehoben werden. „Dies ist das Erbe Clintons: Tod, Zerstörung Terrorismus und Schwäche“, rief Trump.

dpa

stol