Donnerstag, 02. Februar 2017

Trumps Pläne: Wer für die Mauer zu Mexiko zahlt – und wer profitiert

Was manch einer für Wahlkampfgetöse hielt, könnte bald Wirklichkeit sein: US-Präsident Donald Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten – ein Abgesang auf das einstige Einwanderungsland USA. Doch davon könnten einige Konzerne profitieren.

Donald Trump betont es immer wieder: Er will eine Mauer zu Mexiko bauen.
Donald Trump betont es immer wieder: Er will eine Mauer zu Mexiko bauen. - Foto: © APA/Reuters

Es wäre das größte öffentliche Bauprojekt seit der riesigen „Hoover Talsperre“ in den USA während der großen Depression in den 1930er Jahren: Donald Trump meint es ernst mit seiner Mauer entlang der über 3000 Kilometer langen Grenze zum Nachbarland Mexiko. Jüngst ordnete er den Bau an.

Was will Trump mit dem Mauerbau erreichen?
Neben grenzüberschreitendem Drogenhandel soll die Mauer laut Trump vor allem illegale Einwanderung stoppen. Bereits im Wahlkampf hat der Immobilienmogul zudem massenhafte Ausweisungen von Migranten angekündigt. Menschenrechtler laufen Sturm. Auch ökonomisch sei dies ein Schuss ins eigene Knie, meinen Experten.

Wie teuer wäre der Bau?
Experten beziffern die Kosten auf 15 bis 50 Milliarden Dollar. Die Spanne ist sehr weit, weil bislang völlig unklar ist, in welcher Form genau die Mauer umgesetzt werden soll. Im Wahlkampf hatte Trump unterschiedliche Angaben zu Höhe und Länge gemacht.

Wer soll dafür bezahlen?
Wenn es nach Trump geht: die Mexikaner. Mexikos Präsident Peña Nieto winkte bereits ab und ließ ein erstes Treffen mit Trump platzen. Mit einer direkten Zahlung aus Mexiko rechnet man wohl selbst im Weißen Haus nicht. Dessen Sprecher sagte jüngst, durch Zölle in Höhe von 20 Prozent auf mexikanische Waren ließe sich das Projekt finanzieren.

Ist das Vorhaben überhaupt realistisch?
Experten schätzen, dass für den Mauerbau um die 40 000 Arbeiter nötig wären, die mindestens vier Jahre lang beschäftigt wären. Besonders schwierig dürfte es Ökonomen zufolge sein, die Mauer ohne Beschäftigte aus dem Ausland zu errichten. Die Arbeitslosenquote in den USA ist mit 4,7 Prozent schon jetzt sehr niedrig. Bei einer jüngsten Umfrage des US-Branchenverbands AGC gaben über die Hälfte der texanischen Baufirmen an, nicht genügend Betonarbeiter und Maurer zu finden.

Welche Konzerne dürften am meisten profitieren?
Vor allem auf US-Baukonzerne könnten ertragreiche Geschäfte zukommen. Die Hoffnung war nach dem Wahlsieg Trumps auch an den Börsen spürbar. Der Kurs des Baustoffproduzenten Vulcan Materials schoss um bis zu 14 Prozent nach oben, die Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar legten um 10 Prozent zu. Und – so ironisch es klingen mag: Auch die Aktie des mexikanischen Bauriesen Cemex legte seit der US-Wahl um gut 18 Prozent zu.

dpa/aftx

stol