Freitag, 15. Januar 2016

Türkei gewährt Flüchtlingen aus Konfliktgebieten Arbeitserlaubnis

Die Türkei will Flüchtlingen aus Konfliktgebieten die Möglichkeit geben, legal im Land zu arbeiten.

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Ein entsprechendes Regierungsdekret wurde am Freitag im Staatsanzeiger veröffentlicht. Die Regelung sieht vor, dass Flüchtlinge mit einer vorläufigen Schutzbescheinigung nach sechs Monaten einen Antrag auf eine Arbeitsgenehmigung stellen können.

Die Maßnahme dürfte insbesondere den syrischen und irakischen Flüchtlingen zugutekommen. Bisher dürfen die rund 2,2 Millionen syrischen und etwa 300.000 irakischen Flüchtlinge in der Türkei nicht legal arbeiten. Das bringt viele dazu, die gefährliche Überfahrt aus der Türkei nach Griechenland zu wagen, um von dort in weiter nördlich gelegene EU-Länder zu gelangen.

Die Europäische Union hatte mit Ankara im vergangenen November vereinbart, dass die Türkei den Flüchtlingszuzug in die EU stärker begrenzen soll. Im Gegenzug kann Ankara mit einer Finanzhilfe von drei Milliarden Euro, beschleunigten EU-Beitrittsgesprächen und Reiseerleichterungen für Türken in die EU rechnen.

Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans hatte am Montag in Ankara kritisiert, dass die Zahl der Flüchtlinge, die über die Türkei in die EU kommen, weiterhin „viel zu hoch“ sei.

apa/dpa

stol