Dienstag, 26. April 2016

Türkischer Parlamentspräsident fordert islamische Verfassung

Die Forderung des türkischen Parlamentspräsidenten Ismail Kahraman nach einer islamischen Verfassung hat zu einer heftigen Kontroverse im Land geführt. „Die Türkei ist säkular und wird es auch bleiben“, riefen dutzende Demonstranten am Dienstag vor dem Parlament in Ankara, bevor sie mit Tränengas auseinander getrieben wurden.

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Auch die Regierungspartei AKP distanzierte sich von Kahramans Forderung nach einer Abkehr von der säkularen Grundordnung. „Wir sind ein muslimisches Land. Als Konsequenz müssen wir eine religiöse Verfassung haben“, sagte Kahraman am Montag laut der Nachrichtenagentur Anadolu bei einer Konferenz in Istanbul.

Das Mitglied der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte, der Säkularismus dürfe in der neuen Verfassung keine Rolle mehr spielen.

Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu widersprach vehement. Der vom Staatsgründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, eingeführte Säkularismus sei wichtig, damit jeder frei seine Religion ausüben könne, sagte der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP). Eine Abkehr vom Säkularismus stehe außer Frage, solange die CHP im Parlament sei.

apa/afp

stol