Dienstag, 28. April 2015

UN: Zahl der Flüchtlinge in libyschen Lagern stark angestiegen

Ungeachtet der Katastrophen mit Flüchtlingsbooten im Mittelmeer versuchen nach UN-Informationen immer mehr Afrikaner, über Libyen nach Europa zu gelangen.

Foto: © APA/AP

Die Zahl der von libyschen Behörden in mehreren Lagern internierten Migranten stieg im April auf 2663. Das seien rund 1200 mehr als einen Monat zuvor, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Dienstag in Genf mit.

Die meisten dieser Flüchtlinge – unter ihnen viele Frauen und Kinder – seien aus Somalia, Eritrea, Äthiopien und dem Sudan nach Libyen gekommen. Allein in den vergangenen zehn Tagen griff die dortige Küstenwache laut UNHCR mehr als 1240 Menschen auf, die mit kaum noch seetüchtigen Booten die Überfahrt versucht hätten.

Zudem warteten in Libyen Tausende aus den Kriegsländern Syrien und Irak auf Möglichkeiten zur Weiterreise. Anders als die Afrikaner werden sie von den Libyern nicht interniert, da sie über UN-Dokumente verfügen, die sie als offiziell registrierte Flüchtlinge ausweisen.

Vor gut einer Woche waren bei dem bislang schlimmsten Unglück mit Flüchtlingsbooten vor der libyschen Küste vermutlich mehr als 800 Migranten ertrunken. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Mittelmeer bereits 1780 Flüchtlinge ums Leben.

dpa

stol