Sonntag, 11. Februar 2018

UNO-Generalsekretär ruft zu Deeskalation der Gewalt in Syrien auf

Nach dem Abschuss eines israelischen Kampfflugzeugs durch die syrische Luftabwehr nahe der gemeinsamen Grenze hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres alle Parteien zu einer „sofortigen und bedingungslosen Deeskalation der Gewalt“ aufgerufen. Eine politische Lösung sei „der einzige Weg, um die Gewalt und das schreckliche Leid der syrischen Bevölkerung zu beenden“, sagte ein Sprecher in New York.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres setzt sich für den Frieden ein.
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres setzt sich für den Frieden ein. - Foto: © APA/AFP

Der Generalsekretär beobachte sowohl die „alarmierende militärische Eskalation“ innerhalb Syriens wie auch deren gefährliche Ausdehnung über die Landesgrenzen hinweg.

Am Samstag hatte die syrische Luftabwehr in der Nähe der Grenze zu Israel ein israelisches Kampfflugzeug abgeschossen. Israels Luftwaffe flog in mehreren Wellen Angriffe in Syrien und bombardierte nach eigener Darstellung „iranische Ziele“ und die Luftabwehr.

Beschossen wurde syrischen Angaben zufolge unter anderem der strategisch wichtige Militärflughafen T4 im Zentrum des Bürgerkriegslandes. Er gilt als Stützpunkt der Armee und ihrer Verbündeten, die eng mit dem schiitischen Iran verbunden sind.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warnte am Abend vor einer neuen Eskalation. Sein Land strebe nach Frieden, werde sich aber gegen jeden Angriff und jeden Versuch verteidigen, „seine Souveränität zu verletzen“, erklärte er. „Der Iran will syrisches Gebiet dazu benutzen, Israel anzugreifen, mit dem erklärten Ziel, Israel zu zerstören.“

Israel hatte nach eigenen Angaben mit der Welle von Luftangriffen in Syrien auf das Eindringen einer iranischen Drohne in sein Gebiet reagiert. Der Iran dementiert, eine solche Drohne eingesetzt zu haben.

Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Partner der Regierung in Damaskus. Die vom Iran finanzierte und mit Israel verfeindete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah kämpft an der Seite der Armee. Auch Israel sieht in der bewaffneten Gruppe eine Bedrohung.

Die israelische Luftwaffe hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Angriffe gegen Ziele in Syrien geflogen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die meisten gegen die Hisbollah richten. So will Israel verhindern, dass sich die Miliz weiter aufrüsten kann.

apa/dpa 

stol