Donnerstag, 15. Februar 2018

US-Verteidigungsminister fordert von Türkei Fokus auf Anti-IS-Kampf

US-Verteidigungsminister James Mattis hat den NATO-Partner Türkei aufgefordert, sich wieder auf den Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zu konzentrieren. Es müsse verhindert werden, dass sich der IS in Syrien neu aufstellen könne, teilte eine Pentagon-Sprecherin am Donnerstag nach einem Treffen von Mattis mit seinem türkischen Kollegen Nurettin Canikli in Brüssel mit.

US-Verteidigungsminister James Mattis hat den NATO-Partner Türkei aufgefordert, sich wieder auf den Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zu konzentrieren.
US-Verteidigungsminister James Mattis hat den NATO-Partner Türkei aufgefordert, sich wieder auf den Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zu konzentrieren. - Foto: © APA/AFP

Mattis habe am Mittwochabend von Canikli beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel einen „erneuerten Fokus auf die Kampagne“ gefordert, „den IS zu besiegen“, wie das Pentagon erklärte. Es müsse demnach verhindert werden, dass „Überreste der Terrororganisation“ in Syrien sich wieder formieren könnten.

Zwischen den USA und der Türkei gibt es seit Wochen starke Spannungen, weil die Regierung in Ankara in Nordsyrien eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet hat. Aus Sicht der USA ist die YPG ein Partner im Kampf gegen den IS. Die Türkei stuft die YPG hingegen wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation ein. Ankara hatte in den vergangenen Tagen gedroht, auch US-Soldaten in Nordsyrien anzugreifen, sollten diese nicht abziehen.

Mattis habe gegenüber Canikli anerkannt, dass die nationale Sicherheit der Türkei „durch Terrororganisationen“ bedroht sei, hieß es in der Erklärung des US-Verteidigungsministeriums. Die USA werden demnach Ankara auch weiter gegen die PKK unterstützen. Mattis habe aber auch auf das „komplexe Sicherheitsumfeld in Syrien“ verwiesen und das Risiko, „dass ein Wiedererstarken von IS eine Gefahr für alle NATO-Alliierten“ darstelle.
Beide Minister hätten vereinbart, „das gesamte Spektrum ihrer bi-und multilateralen Verteidigungsaktivitäten und -konsultationen fortzusetzen“, hieß es weiter. Zudem werde nach Wegen gesucht, „um die Verteidigungszusammenarbeit weiter zu stärken“.

apa/dpa/afp

stol