Mittwoch, 02. November 2016

US-Wahlkampf wird enger: Clinton startet Gegenangriff

Wenige Tage vor der Wahl in den USA hat die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton noch einmal zum Gegenangriff gegen Donald Trump ausgeholt.

Die Veröffentlichungen des FBI haben der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in den Umfragen geschadet.
Die Veröffentlichungen des FBI haben der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in den Umfragen geschadet. - Foto: © APA/AFP

Clinton war in den vergangenen Tagen in die Defensive geraten, nachdem das FBI ihre E-Mail-Affäre wieder auf die Agenda gebracht hatte. Trump holte in Umfragen auf.

Begleitet von ehemaliger Schönheitskönigin Alicia Machado

Bei einem Auftritt im besonders umkämpften Bundesstaat Florida zielte sie auf dessen frauenverachtende Kommentare ab. Trump habe in den vergangenen Jahren viel Zeit damit verbracht, Frauen zu erniedrigen und zu beleidigen, sagte sie.

Begleitet wurde sie von der ehemaligen Schönheitskönigin Alicia Machado, die Trump 1996 wegen ihrer Figur verhöhnt hatte.

Der Republikaner machte Wahlkampf in Pennsylvania und Wisconsin. Er sprach sich erneut dafür aus, die Gesundheitsvorsorge „Obamacare“ abzuschaffen. Das Krankenversicherungssystem, das Präsident Barack Obama eingeführt hat, wird derzeit stark kritisiert, weil die Beiträge im kommenden Jahr um bis zu 25 Prozent steigen.

Trump warf Clinton auch Gesetzesbruch im Zusammenhang mit der E-Mail-Affäre vor.

Trump führt Umfragen zum ersten Mal seit Mai

Trump lag am Dienstag zum ersten Mal seit Mai in einer Umfrage des Senders ABC und der „Washington Post“ vor Clinton. Der Republikaner kam mit 46 Prozent auf einen Punkt mehr als die Demokratin.

Für neuen Wirbel sorgte am Dienstag unterdessen, dass das FBI Dokumente zu einer umstrittenen Begnadigung von Bill Clinton veröffentlichte. An seinem letzten Amtstag als Präsident hatte dieser 2001 dem Finanzier und Steuerflüchtling Marc Rich Amnestie erteilt.

Das FBI untersuchte den Fall. Die Begnadigung stand in der Kritik, weil Richs Ex-Frau zu den größten Geldgebern der demokratischen Partei gehörte und auch Hillary Clinton finanziell unterstützt hatte.

Marc Rich war 1983 wegen einer Anklage in die Schweiz geflüchtet, und stand lange Zeit auf der „Most-Wanted“-Liste des FBI. Der Sprecher der demokratischen Präsidentschaftskandidatin, Brian Fallon, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der Zeitpunkt der Veröffentlichung sei merkwürdig.

apa/dpa

stol