Donnerstag, 29. September 2016

USA und Russland im Streit über Syrien unversöhnlich

Im Syrien-Konflikt droht ein endgültiger Abbruch der Gespräche zwischen den USA und Russland.

Während zwei sich streiten, stirbt der Dritte. Syrien versinkt im Bürgerkrieg.
Während zwei sich streiten, stirbt der Dritte. Syrien versinkt im Bürgerkrieg.

US-Außenminister John Kerry sagte am Donnerstag (Ortszeit), die USA befänden sich „an der Grenze zum Abbruch der Kooperation“ mit Russland in der Syrienfrage. Moskau konterte, ein solcher Schritt würde einzig und allein den Terroristen nützen.

US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Luftangriffe der syrischen und russischen Luftwaffe auf Aleppo aufs Schärfste. Sie seien sich darüber einig, dass es an Russland und dem syrischen Regime liege, die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland zu beenden, teilte das Weiße Haus am Donnerstagabend in Washington nach einem Telefonat von Obama und Merkel mit.

Trotz der Eskalation des Kriegs mit massiven Angriffen auf die Großstadt Aleppo zeigte sich auch der UN-Sicherheitsrat bei dem Thema erneut uneins. „Wir sind zu keinen Schlussfolgerungen gekommen“, sagte der neuseeländische UN-Botschafter und derzeitige Ratsvorsitzende Gerard van Bohemen nach einer Sitzung des Gremiums.

Zuvor hatte UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien das Gremium in New York gewarnt, Aleppo erlebe derzeit eine humanitäre Katastrophe „wie sie in Syrien noch nicht erlebt worden ist“.

Die Organisation Save the Children beklagte, wegen der schweren Luftangriffe auch mit sogenannten bunkerbrechenden Bomben seien Kinder in Aleppo nirgendwo mehr sicher.

apa/dpa/afp

stol