Freitag, 21. Februar 2020

Virales Video: Mutter trifft tote Tochter

14 Millionen Leute haben das Video „Ich traf Dich“ schon gesehen. Die Aufnahmen berühren. Und wühlen auf. Eine südkoreanische Mutter trifft ihre vor fast 4 Jahren gestorbene kleine Tochter – in einer virtuellen Welt. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass es zu einer derartigen Begegnung kommt. Aber sehen Sie selbst.

Die kleine  virtuelle Na Yeon und ihre Mutter. Das Mädchen starb im Alter von 6 Jahren an Leukämie.
Die kleine virtuelle Na Yeon und ihre Mutter. Das Mädchen starb im Alter von 6 Jahren an Leukämie. - Foto: © Screenshot/Youtube
Gestorben ist die kleine Na Yeon 2016 an Leukämie. Ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie der damals 6-Jährigen. Jetzt traf die Mutter die Kleine wieder. In einer virtuellen Realität, ähnlich wie in einem Video-Spiel. Die Idee zu dem Experiment hatte ein südkoreanischer Fernsehsender: Trauernde mit ihren liebsten Toten zu vereinen. In 8-monatiger Feinstarbeit wurde das Mädchen wieder zum Leben erweckt: Optik, Kleidung, Stimme; alles so, wie es einmal in Wirklichkeit war.



Mittels Virtual Reality-Brille taucht die Mutter dann ein in jene Welt, die ein Wiedersehen mit ihrer Tochter möglich macht. Und schon ist sie da, die Kleine. Inmitten einer Parklandschaft rennt sie auf ihre Mutter zu. Das Kamerateam filmt vor der grünen Studio-Leinwand alles mit.

„Mama, wo bist Du gewesen? Hast du an mich gedacht? Ich habe Dich so vermisst – Du mich auch?“, sagt die virtuelle Na Yeon. Überwältigt von ihren Gefühlen antwortet die Mutter: „Jeden Tag denke ich an dich. Ich habe Dich so vermisst, Na Yeon, meine süße Na Yeon“ und streckt tränenüberströmt die Hände nach ihr aus. Der neunminütige Ausschnitt aus der Dokumentation „Ich traf Dich“ ist für den Zuseher schwer zu ertragen. Auch Na Yeons Vater und Geschwister sind im Studio mit dabei und zu Tränen gerührt.

Mutter und Tochter feiern den Geburtstag, den es niemals gab

Im Video folgen Naturaufnahmen und Nahaufnahmen des Mädchens, untermalt von melancholischen Klängen. Dann spricht die Kleine wieder. Sie habe kalt, die Mama solle ihre Hand in einer bestimmten Art und Weise halten. Eine emotionale Szene, in der sich die Hände der beiden berühren. Mit Hilfe spezieller berührungsintensiven Handschuhe fühlt die Mutter tatsächlich etwas.

Dann hüpft das Kind umher, läuft in Richtung Spielplatz und winkt ihre Mama zu einem kleinen Häuschen. An einem Tisch sitzen sie sich gegenüber, feiern den Geburtstag, den es in der Realität nie gab: den 7.
Luftballone und eine Geburtstagstorte runden das Ganze ab. Die Kleine macht noch schnell ein Foto von ihrer Mama und dann singen sie ein Geburtstagslied.

Schöne Szenen... doch die bittere Note bleibt. Ist doch alles nur virtuell, konstruiert, eine Art Traum.

„Ich werde dich immer lieben“

Die Gespräche werden ernster. Die Kleine fragt die Mama, was sie sich denn wünscht und äußert dann die ihren. Dass ihr Dad mit dem Rauchen aufhört. Dieser schmunzelt, als er das vernimmt. Für ihre Geschwister wünscht sie sich Gesundheit und dass sie Mama nicht zum Weinen bringen. Außerdem betont sie noch, dass sie nicht mehr krank sei und dass Mama nicht traurig sein soll. „Ich weine nicht!“, sagt die Mutter und „Ich werde dich immer lieben!“ Im Studio weinen jetzt alle.

Na Yeon wird müde...

Es folgen weitere emotionale Liebesbekundungen, man ahnt, der Abschied naht. Die Kleine ist müde und legt sich zu Bett. „Bleib bei mir“, flüstert sie, bevor sie sich in einen leuchtend weißen Schmetterling verwandelt und davonfliegt.

Das Video löste weltweit nicht nur Emotionen, sondern auch eine heftige Debatte aus: Die einen finden es wunderbar, auf diese Weise den Toten noch einmal begegnen zu können, von einem Geschenk an die Familie, die anderen sprechen von einer Ausschlachtung des Leids der Angehörigen. Was sagen Sie dazu? Würden Sie sich eine solche Begegnung auch wünschen? Schreiben Sie es in die Kommentare.

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