Der Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Sanitätsbetriebs hat ein Rundschreiben an die Ärzte verfasst.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013910_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Wir möchten Sie darüber informieren, dass in den letzten Tagen einige Meldungen über klinische Verdachtsfälle von Keuchhusten bei uns eingegangen sind. Es handelt sich hauptsächlich um Kinder, mit Wohnsitz in den Gemeinden Ulten und Meran“, heißt es im Schreiben vom Hygiene-Arzt Dr. Ciro Onza an die Ärzte. „In ganz Südtirol treten vermehrt Pertussis-Fälle auf, nicht nur im Meraner Raum“, fügt Dr. Silvia Spertini, Vize-Primaria des Dienstes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit im Sanitätsbetrieb, hinzu. Die Infektionskrankheit sei zwar meldepflichtig, werde aber trotzdem nicht immer gemeldet, sagt Spertini. <h3> Mit Impfung milderer Verlauf</h3>Das Keuchhusten-Bakterium, das eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege auslöst, zirkuliere bereits seit Wochen, sagen die Kinderärzte. „Ich würde sagen, seit 4 bis 6 Wochen“, meint Dr. Helmuth Egger. <BR /><BR />Eggers Kollege Dr. Gerhard Hölzl bemerkt seit 2, 3 Wochen ein Zunehmen der Fälle. „Gott sei Dank keine schlimmen Fälle, denn meine Patienten sind meist im Mittelschulalter und damit schon relativ groß, teils auch geimpft“, sagt Dr. Hölzl. Mit einer Impfung habe ein Patient einen milderen Verlauf, fügt Dr. Hölzl hinzu. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013913_image" /></div> <BR /><BR />„Das höchste Risiko für Komplikationen haben Babys unter 6 Monaten und für Neugeborene ist eine Infektion im ersten Lebensmonat fatal. Da der Impfschutz nicht lang anhaltend ist, sollten sich Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel mit dem 3-fach-Impfstoff impfen lassen, damit das Neugeborene in den ersten Monaten geschützt ist“, sagt Dr. Spertini. <BR /><BR />Eine Meraner Kinderärztin, die anonym bleiben möchte, habe selbst 6, 7 bestätigte Keuchhusten-Fälle im Grundschulalter. „Seit vielen, vielen Jahren – ich denke auch um die rund 15 Jahre – hatten wir keine Keuchhusten-Fälle mehr und wir hatten gehofft, dass es vorbei ist. Aber jetzt werden wir wieder mit dieser gefährlichen Infektionskrankheit konfrontiert“, sagt sie. Und zwar in Gegenden mit niedriger Durchimpfungsrate. „Im Vergleich zur italienweiten Durchimpfungsrate sind wir leider Schlusslicht“, sagt sie. <BR /><BR /><BR />DAS SAGT DER KINDERARZT<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013916_image" /></div> <BR /><BR /><b>Herr Dr. Egger, Sie waren auch Primar für Pädiatrie im Meraner Spital, wann traten zuletzt Fälle von Keuchhusten so gehäuft auf?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dr. Helmuth Egger: So gehäuft wie aktuell vor rund 20 Jahren würde ich sagen. Einzelfälle hat es immer wieder gegeben und die Dunkelziffer ist relativ hoch.<BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Hochschwangere und Säuglinge, die noch nicht geimpft werden konnten, tragen ein hohes Risiko bei einer Infektion. Ihr Rat?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dr. Egger: Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel sollten unbedingt ihren Impftiter überprüfen lassen. Sollte der Impfschutz nicht mehr ausreichen, sollten sich werdende Mütter impfen lassen. Und für das Umfeld von Säuglingen gilt, sich impfen lassen und „Rotznasen“ absolut meiden. <BR />