Dienstag, 30. Januar 2018

Wahl des neuen katalanischen Regierungschefs verschoben

Trotz ihres Wahlsieges kommen die katalanischen Separatisten bei der Regierungsbildung nicht voran.

Roger Torrent hat keinen Plan B. - Foto: APA (AFP)
Roger Torrent hat keinen Plan B. - Foto: APA (AFP)

Der Präsident des Regionalparlaments, Roger Torrent, verschob die dazu mit Spannung erwartete Sitzung in Barcelona am Dienstag wenige Stunden vor dem geplanten Beginn auf unbestimmte Zeit.

Damit reagierte er auf ein Urteil des Verfassungsgerichts in Madrid, das die Separatisten in der spanischen Region in Bedrängnis gebracht hatte. Dieses hatte entschieden, dass der nach Brüssel geflohene Carles Puigdemont, der der einzige Kandidat für das Amt des Regionalpräsidenten ist, sein Regierungsprogramm bei der Debatte persönlich vorstellen muss.

Da Puigdemont bei einer Rückkehr nach Spanien umgehend festgenommen würde, war aber bis zuletzt unklar, wie die Sitzung ablaufen sollte. Als einziger Ausweg wäre ihm eine heimliche Einreise nach Spanien geblieben, etwa in einem Kofferraum versteckt, wie Medien zuletzt spekuliert hatten. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte am Dienstag in einem Fernsehinterview, sollte der Politiker dies wirklich versuchen, wäre dies der „Höhepunkt des Spektakels, das Herr Puigdemont abliefert”.

Tausende Demonstranten gingen in Barcelona zur Unterstützung des katalanischen Unabhängigkeitsanführers Carles Puigdemont auf die Straße. Die Demonstranten, einige von ihnen mit Puigdemont-Masken, versammelten sich am Dienstag vor dem Regionalparlament in der katalanischen Hauptstadt. „Puigdemont ist unser Präsident”, sagte ein 72-jähriger Rentner. „Das Volk hat seinen Anführer ausgewählt.”

apa/dpa/ag.

stol