Freitag, 11. November 2016

Waltz: Wenn Trump Erfolg hat, „dann ist das Ende erreicht“

Oscar-Preisträger Christoph Waltz sieht in den sozialen Netzwerken eine Ursache für die "Katastrophe", für den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl. Ein weiterer Grund sei das mangelnde gesellschaftliche Bewusstsein.

Schauspieler Christoph Waltz war aus Los Angeles in die Nachrichtensendung "ZIB24" zugeschalten.
Schauspieler Christoph Waltz war aus Los Angeles in die Nachrichtensendung "ZIB24" zugeschalten.

Oscar-Preisträger Christoph Waltz ist ganz und gar nicht der Meinung von US-Präsident Barack Obama. „Wenn Sie Erfolg haben, dann wird das Land Erfolg haben“, hatte der am Donnerstag im Weißen Haus zu seinem designierten Nachfolger Donald Trump gesagt. „Wirklich?“, fragte Waltz am späten Donnerstagabend in der ORF-Nachrichtensendung „ZiB24“ rhetorisch. „Wenn Trump mit dem Erfolg hat, was er im Wahlkampf angekündigt hat, dann ist das Ende erreicht.“

Waltz, der in Texas drehte, „während sich die Katastrophe entfaltete“, schreibt den sozialen Netzwerken einen großen Anteil an Trumps Erfolg zu: „Diese sogenannten sozialen Netzwerke haben ja auch eine sehr, sehr hohe antidemokratische und undemokratische Energie“, meinte der Schauspieler. Nachsatz: „Und ich wage zu bezweifeln, dass dieser brunzdumme Irrsinn ohne sogenannte soziale Netzwerke so schnell zu verbreiten gewesen wäre.“

Allgemein macht Waltz aber ein Defizit an gesellschaftlichem Bewusstsein dafür verantwortlich, „dass man auf Demagogie dieser Art hereinfällt“. Wäre diese Verantwortung auch den Stars von Hollywood rechtzeitig bewusst geworden, „hätten wir vielleicht nix ändern können, aber zumindest Bewusstsein erweitern können“, zeigte er sich selbstkritisch. „Wir alle brauchen einen stärkeren und vernünftigeren Zugang zum Thema Rechtspopulismus.“

Hier geht's zum Video des Interviews von ORF-Redakteurin Lisa Gadenstätter mit Schauspieler Christoph Waltz.

apa

stol