Freitag, 01. April 2016

Wildbachverbauung: Mehr Sicherheit für St. Georgen

Am Hirschbrunnbach im Tauferer Tal soll in Kürze eine Rückhaltesperre entstehen, die St. Georgen in der Gemeinde Bruneck künftig vor der drohenden Gefahr durch Muren schützen soll. Mit dieser rund 1,2 Millionen Euro teuren Baumaßnahme wird das Gebiet der roten und blauen Gefahrenzone im ausgewiesenen Gefahrenzonenplan entschärft.

Hirschbrunnbach historisch: Murbruch vom 10. August 1940, der große Schäden anrichtete und ein Menschenleben forderte.
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Hirschbrunnbach historisch: Murbruch vom 10. August 1940, der große Schäden anrichtete und ein Menschenleben forderte.

Derzeit befinden sich laut Gefahrenzonenplan der Gemeinde Bruneck viele Gebäude von St. Georgen in ausgewiesenen Gefahrenzonen "Es besteht also  Handlungsbedarf", erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, "und mit dem Bau des Rückhaltebeckens sind wir imstande, die Gefahr im Siedlungsraum stark einzudämmen".

Vor etwa zwei Wochen hat das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz mit Aushubarbeiten am Hirschbrunnbach in St. Georgen begonnen. Hier soll bis zur Mitte des Sommers eine zehn Meter hohe Rückhaltesperre aus Stahlbeton entstehen, die bei Bedarf an die 40.000 Kubikmeter Geschiebematerial zurückhalten kann.

Bis zum Spätherbst sollten auch zwei Dämme errichtet sein, welche die Rückhaltesperre an die Bergflanken anbinden und somit das Rückhaltebecken abrunden. Die Dämme werden beckenseitig mit Zyklopensteinen verstärkt, talseitig möglichst naturnah gestaltet und bepflanzt. Im Zuge der Arbeiten müssen Vorarbeiter Hubert Brugger und seine Männer auch das Bachbett talseitig der Rückhaltesperre auf einer Länge von 50 Metern mit Beton und Zyklopensteinen befestigen, um eine Tiefenerosion zu verhindern.

Die Baumaßnahme mit einem Kostenumfang von 1,2 Millionen Euro wird mit vom Staat zur Verfügung gestelltem (Fondo per lo sviluppo e la coesione FSC) Geld finanziert. Für Projekt und Bauleitung zeichnet Martin Moser vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost verantwortlich, er prüft derzeit in Absprache mit Gemeindevertreter Felix Brugger und Fraktionsvorstand Michael Piffrader die Möglichkeit einer alternativen Baustellenzufahrt entlang des Dorfrandes von St. Georgen. "Wir werden auf alle Fälle unser Möglichstes tun, um die Belastungen durch den Schwerverkehr so gering wie möglich zu halten", betont Bauleiter Moser.

lpa

stol