Sonntag, 17. Juni 2018

Zahl der Toten nach IS-Anschlag in Afghanistan steigt auf 36

Nach einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Zusammenkunft von afghanischen Taliban, Sicherheitskräften und Zivilisten ist die Zahl der Toten auf 36 gestiegen. Mindesten 65 weitere Menschen seien bei dem Anschlag im ostafghanischen Nangarhar verletzt worden, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde der Provinz am Sonntag.

Die Taliban wollen nun öffentliche Versammlungen meiden. - Foto: APA (AFP)
Die Taliban wollen nun öffentliche Versammlungen meiden. - Foto: APA (AFP)

Die Menschen hatten am Samstag in einem Park die Eid-Feiertage zum Ende des Fastenmonats Ramadan und eine Waffenruhe zwischen den radikalislamischen Taliban und der Regierung gefeiert. Die Regierung von Präsident Ashraf Ghani kündigte an, die Waffenruhe über die Feiertage hinaus zu verlängern, und forderte die Taliban auf, dies ebenfalls zu tun.

Die Taliban wollen jedoch ihre dreitägige Feuerpause in Afghanistan nicht verlängern. Der Sprecher der Gruppe, Sabihullah Mujahid, sagte am Sonntag: „Wir planen keine Verlängerung des Waffenstillstandes. Er endet heute.” Damit lehnen die Taliban auch ein Friedensangebot von Ghani ab. Ghani bat nämlich die Taliban, nicht weiter zu kämpfen und stattdessen zu verhandeln.

Der IS bekannte sich zu dem Anschlag über sein Sprachrohr Amaq, ohne weitere Details zu nennen. Die Terrormiliz ist mit den Taliban verfeindet. Nangarhar ist die Hauptbasis des IS in Afghanistan.

Die Taliban untersagten ihren Kämpfern nach dem Anschlag, an öffentlichen Versammlungen teilzunehmen und während des Waffenstillstands in Städte zu gehen. Damit solle auch die Gefahr für Zivilisten verringert werden, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid.

Die Taliban sind seit Jahrzehnten aktiv, beherrschen große Landesteile und sind mit Abstand die größte Aufständischengruppe. Der IS ist bei weitem nicht so stark in der Bevölkerung verankert, aber radikaler. Er verübt Anschläge nicht nur auf Sicherheitskräfte, sondern auch auf Zivilisten, vor allem Schiiten. Der IS hat seit Jahresanfang in Kabul mehr Anschläge verübt als die Taliban.

apa/dpa

stol