Donnerstag, 21. April 2016

Zwischen Internationalisierung und Individualisierung

Am Montag, 18. April 2016 fand im “Castaneum” die ordentliche Vollversammlung des Tourismusvereins Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders statt. Die Ferienregion kann auf ein positives Geschäftsjahr 2015 zurückblicken und weist auch für zukünftige Tourismusentwicklungen eine solide Basis vor.

Die heurige Vollversammlung des Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders fand im Castaneum in Feldthurns statt
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Die heurige Vollversammlung des Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders fand im Castaneum in Feldthurns statt

Die Vollversammlung wurde auch heuer von Präsident Michael Oberpertinger mit Grußworten eröffnet. Er bedankte sich beim Vorstand, bei den Ortsvorstehern und bei allen Mitarbeitern der Tourismusverein für ihren Einsatz und die geleistete Arbeit. Oberpertinger verwies auch auf den gedruckten Geschäftsbericht für die Mitglieder, der alle wichtigen Informationen des Jahres 2015 im Detail beinhaltet.

Die Hauptprojekte 2016 wurden von Vize-Präsidentin und Ortsvorsteherin von Barbian Resi Rabensteiner, vom Ortsvorsteher von Villanders Markus Brunner, vom Ortsvorsteher von Feldthurns Peter Mitterrutzner sowie vom Präsident selbst als Ortsvorsteher von Klausen vorgestellt. Tourismusdirektor Alexander Hamberger erläuterte in seinen Ausführungen die Inhalte des neuen Geschäftsberichtes und ging auf die strategische Ausrichtung des südlichen Eisacktales sowie auf die neuen Kooperationsfelder mit dem Tourismusverein Villnöss ein – eine Zusammenarbeit, die für beide Tourismusdestinationen sehr fruchtbar ist.

Eingeladen war auch der Direktor des Tourismusverbandes Eisacktal Hannes Waldmüller, der über die vielfältige Tätigkeit des Tourismusverbandes Eisacktal berichtete. Erfreulich ist zudem, dass durch die Umwandlung in eine neue Rechtsform (Konsortial-GmbH) Steuern gespart und somit im Jahre 2015 zusätzliche Projekte und Initiativen umgesetzt werden konnten. 2016 liegt der Schwerpunkt bei zwei aktuellen Projekten, und zwar „Ausgezeichnete Hütten im Tal der Wege“ und „Herzliche Grüße – Postkartenaktion mit der Franzensfeste“. Abschließend erinnerte Hannes Waldmüller an die Profilierung der Ferienregion Eisacktal: „Seit Generationen baut man im Eisacktal Wege, die Norden und Süden, Orte, Berge und Täler verbinden. Bis heute finden sich die historisch und thematisch bedeutsamsten, für jede Jahreszeit geeigneten Wege Südtirols in dieser Ferienregion. Auf den Verbindungswegen zwischen Dörfern, kleinen Städten, Natur- und Kulturlandschaften in unterschiedlichen Höhenlagen wechselt immer wieder die Perspektive und lässt Geschichte spüren.“

Das Gastreferat von Mag. Maria Radinger „Was Gäste wünschen – der Gast von Morgen“ wurde mit Spannung erwartet. Die Buchautorin, Unternehmerin und Unternehmensberaterin verdeutlichte mit ihrem Vortrag, dass der Gast von morgen andere Ansprüche hat als jener von gestern. Der Trend geht hin zu einer kürzeren Aufenthaltsdauer mit maximaler Ausschöpfung des Angebots, d.h. die Ansprüche der Gäste werden weiter steigen und trotz kürzerer Aufenthalte wollen Gäste möglichst gleich viel Urlaub, Entspannung, Erholung aber auch Erlebnisse und die Stillung individueller Bedürfnisse geboten bekommen. In der Tourismusentwicklung steht die individuelle und familiäre Betreuung des Gastes im Vordergrund.

Zudem sind Kommunikationskanäle wie mobile Webseiten, APPs und soziale Netzwerke aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Frau Mag. Maria Th. Radinger lässt zum Schluss noch einige Fragen für Gastgeber im Raum stehen, u.a. „Wie flexibel sind wir für unsere Gäste?“ oder „Stellen wir unseren Gast in den Mittelpunkt?“. Fazit: Zukünftig werden jene Gastgeber erfolgreich sein, welche die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Gäste kennen und sie durch eine individuelle Betreuung und ein ansprechendes Angebot an sich binden.

Angesichts der Aktualität und Bedeutung des Themas „Flughafen Bozen“ war die Anwesenheit von Frau Mirjam Lanz von der Betreibergesellschaft Flughafen Bozen sehr erfreulich. Der Tourismus kann in Südtirol mit beachtlichen Zahlen punkten, dennoch fehlt es an Gästen aus internationalen Märkten. Auch die immer kürzere Aufenthaltsdauer verlangt nach alternativen Anreisemöglichkeiten, wie z. B. Charterflüge, aber auch Linienflüge in die wichtigsten Städte Europas.

Frau Lanz weist darauf hin, dass es am 12. Juni nicht um die Frage Flughafen ja oder nein geht, sondern um die öffentliche Finanzierung durch das Land. Auch der HGV Bezirksobmann Helmut Tauber betont, dass Erreichbarkeit, Internationalisierung und Verlängerung der Aufenthaltsdauer grundlegend sind, damit Unterkunftsanbieter weiterhin rentabel arbeiten können.

Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders, Klausen

stol