Montag, 22. Oktober 2018

Achammer: „SVP muss Überzeugung gewinnen“

Auch der Mann, der im Wahlkampf nur mehr mit „Du, Philipp!“ angesprochen wurde, ist betrübt über die Stimmenverluste der SVP vor allem in den Städten. Wie sich die Partei erneut die Überzeugung zurückholen will und was den Landesrat überrascht hat, erklärte Philipp Achammer am Montag im Gespräch mit STOL.

Philipp Achammer hat ein gutes, persönliches Wahlergebnis zu verzeichnen. - Foto: SVP
Philipp Achammer hat ein gutes, persönliches Wahlergebnis zu verzeichnen. - Foto: SVP

Klar sei man mit dem Ergebnis und dem Verlust von 3,8 Prozent an Stimmen nicht zufrieden – aber man müsse es akzeptieren, so Achammer. "Unser Ziel war es, mehr als 40 Prozent der Stimmen zu bekommen und das haben wir erreicht".

Natürlich schmerze das Minus von 3,8 Prozent. Besonders die Ergebnisse in den Städten seien erschreckend schwach. „Die Herausforderung ist nun, die Parteistruktur aufrecht zu halten. Wir müssen neue Schritte setzen nach der Wahl, strukturelle Schritte.“

Geschlagen geben will sich Achammer allerdings noch nicht . Bei der SVP gibt es noch die Hoffnung, das letzte Restmandat zu holen und damit das 16. Mandat zu schaffen. "Wir warten das amtliche Endergebnis ab", unterstrich der SVP-Obmann im STOL-Wahlstudio im Palais Widmann in Bozen.

Überrascht zeigte er sich über einen "völlig anderen Landtag als bisher". Nicht zuletzt gebe es ab nun auch eine doppelt so hohe Italiener-Vertretung.

Thema Koalition: Mit welcher Partei?

Wird die SVP nun mit der Lega eine Koalition eingehen? „Das kann ich noch nicht sagen. Darüber werden die Parteigremien beraten. Auf jeden Fall aber sieht die Lega viele Punkte gleich wichtig wie wir, so etwa die Autonomie, die Einwanderung und Sicherheit.“

Das Ergebnis des großen Wahlsiegers - Paul Köllensperger - sieht der 33-Jährige aus Vintl als „Effekt des Neuen. Er hat in seinen Programmpunkten sehr viel offen gelassen, vielleicht kam auch das gut an.“

Achammer selbst kann auf ein sehr gutes persönliches Wahlergebnis blicken - er holte sich beachtliche 18.810 Vorzugsstimmen mehr als 2013 und kommt auf insgesamt 33.288 Vorzugsstimmen. Aber „man gewinnt und verliert gemeinsam. Ich freue mich zwar über das persönliche Ergebnis, wird aber vom Gesamtverlust getrübt.“

Stimmenverluste von Schuler und Kompatscher 

Dass Landesrat Arnold Schuler und Landeshauptmann Arno Kompoatscher mit den Ergebnissen nicht glänzten, sei, laut Achammer, auch mit ungültigen Stimmen zu erklären. Viele Nachnamen seien wahrscheinlich ungültig gewesen, da es 2 Vertreter davon gab. Ansonsten müsse man sich nun Zeit nehmen für die Analysen.

stol

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