„Gleichzeitig geht es darum, dass sexualisierte Gewalt in Südtirol als soziales Phänomen in allen gesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen und im familiären Bereich wahrgenommen wird“, kommentiert Ugolini. <BR /><BR /><BR />Mit einem heute im Südtiroler Landtag genehmigten Beschlussantrag soll bei den Anwaltschaften des Südtiroler Landtages ein Beauftragter für den Bereich <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/beratungen-wegen-sexueller-gewalt-in-suedtirol-verdoppelt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">sexualisierte Gewalt und sexueller Missbrauch</a> von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen eingesetzt werden. Auch Studien sollen in Auftrag gegeben werden, die sich mit der Ausarbeitung und Durchführung der Aufgabe der systematischen Erhebung und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und Missbrauchs auseinandersetzen. <BR /><BR /><b>„Es braucht eine Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt“</b><BR /><BR />Eine unabhängige Kommission soll eingesetzt werden, die Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen zur Aufarbeitung in kirchlichen Institutionen, öffentlichen Einrichtungen und familiären und anderen Kontexten in Südtirol aufzeigt, nach Vorliegen des Abschlussberichtes einer unabhängigen Kommission ein Maßnahmenpaket auf Landesebene zu verabschieden sowie Initiativen zur Aufarbeitung, Sensibilisierung und Prävention für die Problematik von sexueller Gewalt und Missbrauch in öffentlichen Einrichtungen und kirchlichen Institutionen sowie in den Familien als gesamtgesellschaftliche Aufgabe fördern.<BR /><BR />„In Südtirol braucht es eine Erhebung über die Vorfälle und die Aufarbeitung in allen Bereichen. Außerdem besteht der Bedarf für eigene Anlaufstelle für sexualisiere Gewalt, damit sich betroffene Menschen melden können, selbst wenn die ihre leidvollen Erfahrungen verjährt sind. Ihnen sollen Unterstützung und Maßnahmen zur Anerkennung des Leids zugesichert werden“, ist Gottfried Ugolini überzeugt. <BR /><BR />Die Diözese Bozen-Brixen ist seit 2010 aktiv geworden mit der Errichtung einer Ombudsstelle und eines Fachbeirates für die Prävention von sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt. Der diözesane Dienst für Prävention setzt auf die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten und hat sich mit anderen Einrichtungen im Land vernetzt. In mehreren Bereichen der Aus- und Weiterbildung wurden und werden kirchliche Mitarbeitende sensibilisiert. <BR /><BR />Die Diözese hat sich mehrfach und deutlich für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ausgesprochen. Diese ist langfristig angelegt und wird in mehreren Schritten durchgeführt. Ziel ist die Bewusstseinsbildung, die zu einer veränderten Kultur im Umgang mit den Betroffenen und deren Umfeld führt sowie entsprechende Schutzkonzepte in allen Bereichen vorsieht.