Sonntag, 27. Januar 2019

Bedeutende Fortschritte bei Gesprächen mit Taliban

US-Außenminister Mike Pompeo hat am Samstag von „ermutigenden Nachrichten” von den Verhandlungen der USA mit den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan gesprochen. „Die USA meinen es ernst mit dem Bemühen um Frieden, um zu verhindern, dass Afghanistan ein Rückzugsraum für internationalen Terrorismus wird, und damit, die Truppen nach Hause zu bringen”, schrieb er auf Twitter.

Zalmay Khalilzad mit Gesprächen zufrieden. - Foto: APA (AFP)
Zalmay Khalilzad mit Gesprächen zufrieden. - Foto: APA (AFP)

Der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad hatte zuvor getwittert, es habe in den Gesprächen in Katar „signifikante Fortschritte” gegeben. Sie seien besser als in der Vergangenheit gelaufen. Die Gespräche über ein Ende des 17-jährigen Konflikts in Afghanistan würden bald fortgesetzt, es gebe noch offene Punkte. „Nichts ist vereinbart, bevor alles vereinbart ist, und 'alles' muss einen innerafghanischen Dialog und eine umfassende Waffenruhe einschließen”, erklärte Khalilzad. Genauere Angaben machte er nicht. Er plane zudem Treffen mit der afghanischen Regierung, teilte der Sondergesandte mit.

Auch Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid bestätigte „Fortschritte”, dementierte aber Berichte über eine Waffenruhe und Gespräche mit der Regierung in Kabul. Dass es in Kürze weitere Gespräche über ungelöste Punkte geben werde, bejahte er. Ein ranghoher Taliban-Kommandeur, der anonym bleiben wollte, zeigte sich in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP optimistisch: „Wir kommen voran und viele Fortschritte wurden gemacht.” Derzeit gebe es Bemühungen, die verbliebenen Streitpunkte zu klären. „Die afghanische Regierung ist einer davon”, sagte er.

Zu den Vorschlägen, die kursieren, gehört ein möglicher Truppenabzug der USA im Gegenzug für Garantien der Taliban, künftig keinen ausländischen Extremisten mehr Unterschlupf zu gewähren. Der Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida und dessen in Afghanistan vermuteten damaligen Anführer Osama bin Laden war der Grund für die US-Intervention in Afghanistan nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gewesen. Ende des vergangenen Jahres hatte die US-Regierung angekündigt, rund die Hälfte ihrer 14.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen zu wollen.

Der in Afghanistan geborene Diplomat Khalilzad hatte sich bereits mehrfach mit Taliban-Vertretern getroffen, ohne dass dies von Washington offiziell bestätigt wurde. Die USA wollen die Taliban zu direkten Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul bewegen. Die Taliban lehnen es bisher jedoch kategorisch ab, mit der international anerkannten Regierung von Präsident Ashraf Ghani zu verhandeln, da sie diese für eine Marionette der USA halten.

Die Taliban entsandten einen ihrer Mitbegründer, Mullah Abdul Ghani Baradar, als Unterhändler nach Katar. Er war 2010 in Pakistan festgenommen worden, im Oktober aber freigelassen worden, als die USA ihre diplomatischen Bemühungen intensivierten. Er galt als Stellvertreter des 2013 verstorbenen Taliban-Anführers Mullah Omar.

apa/ag.

stol