Freitag, 06. November 2015

Benko-Projekt: Bringt dieser Mann die Entscheidung?

Der Mann, der um 10 Uhr zur Pressekonferenz ins Bozner Rathaus gerufen hat, kommt in schwarzem Anzug, blauem Hemd und schnellem Schritt. „Das, was die Presse schreibt, stimmt“, sagt er amüsiert. „Ich bin der neue Kommissär von Bozen.“

Michele Penta ist neuer Kommissär in Bozen. - Foto: DLife/da
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Michele Penta ist neuer Kommissär in Bozen. - Foto: DLife/da

Der Mann der Bozen bis zu den Neuwahlen im Frühsommer 2016 leiten wird, heißt Michele Penta, ist 67 Jahre alt, von Beruf Präfekt, gebürtig aus Neapel. Am Freitag stellt er sich der Presse auch als Wahl-Friulaner vor, und lacht dabei. Seit 40 Jahren lebt Penta in Udine. Für die neue Aufgabe zieht er nach Bozen.

Die Landeshauptstadt kennt Penta von seinem Posten als Präsident der BBT-Überwachungskommission. Aber: „Bozen zu kennen, heißt nicht seine Probleme zu kennen“, meint der neue Kommissär. „Ich werde noch heute damit beginnen, diese herauszufinden. Und dann werde ich versuchen, darauf Antworten zu finden.“ Im Rahmen seiner Zeit und seiner Befugnisse.

Mit Enthusiasmus und De Carlini

Er wisse, dass eine komplexe Aufgabe auf ihn warte, sagt Penta, kündigt aber an, sich „mit Enthusiasmus“ an die Arbeit zu machen.

Francesca De Carlini, bisher Übergangs-Kommissärin in der Landeshaupstadt, wird Penta als Sub-Kommissärin zur Seite stehen. Die beiden verbindet eine jahrelange Freundschaft. Ob ein zweiter Sub-Kommissär benannt wird, steht derzeit noch nicht fest.

Penta & Benko

Ein Thema, um das Penta Wohl oder Übel nicht herumkommen wird, ist das Benko-Projekt. Wie bekannt, hat Ex-Bürgermeister Luigi Spagnolli als eine seiner letzten Amtshandlungen die Dienststellenkonferenz wieder einberufen und das Kaufhaus-Projekt des Tiroler Investors aus der Versenkung geholt.

Der neue Kommissär gibt sich am Freitag zugeknöpft: „Ich habe über die Presse von dem Projekt erfahren“, sagt er. „Heute allerdings kann ich noch nicht genauer darauf eingehen.“

Prinzipiell obliege einem Kommissär die ordentliche Verwaltung. „Er muss dafür sorgen, dass die Dinge funktionieren“, fasst Penta zusammen. „Noch nie hat ein Kommissär Entscheidungen getroffen, die Folgen haben, die über die eigene Amtszeit hinauswirken.“ Aber: „Wenn’s Notfälle gibt, werde ich natürlich einschreiten“, erklärt der 67-Jährige. Wird er in Sachen Benko-Projekt Entscheidungen treffen? „Ich kann derzeit nichts ausschließen“, sagt Penta.

Michele Penta wird am kommenden Sonntag bei einer Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof von St. Jakob/Bozen erstmals öffentlich als neuer Kommissär von Bozen auftreten.

pg

stol