Samstag, 11. Mai 2019

Bewaffnete stürmen Hotel in Pakistan

Mehrere Bewaffnete haben am Samstag ein Luxushotel in der südpakistanischen Stadt Gwadar gestürmt. Dabei wurde ein Wachmann beim Eingang des Gebäudes getötet worden, wie das Militär mitteilte. Laut dem Provinz-Innenminister Ziaullah Langove wurden mehrere Personen leicht verletzt. Der Minister sagte, die Mehrheit der Gäste des Fünf-Sterne-Hotels sei in Sicherheit gebracht worden.

Das Luxushotel Pearl Continental (im Bild) wurde am Samstag von bewaffneten Männern gestürm, dabei kam ein Mann ums Leben.
Das Luxushotel Pearl Continental (im Bild) wurde am Samstag von bewaffneten Männern gestürm, dabei kam ein Mann ums Leben. - Foto: © APA/AFP

Von Seiten der Polizei hieß es dagegen, in dem Gebäude habe sich nur Personal aufgehalten. Sicherheitskräfte gingen gegen die Eindringlinge vor, sagte der Minister. Laut Polizei näherte sich der Einsatz dem Ende. Die Angreifer schienen den ersten Stock des Hotels erreicht zu haben. Hubschrauber kreisten über dem Gebäude.

”Bis zu vier bewaffnete Männer sind in das Pearl Continental Hotel in Gwadar eingedrungen und haben das Feuer eröffnet”, sagte der Langove der Nachrichtenagentur AFP. Es sei zu einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften gekommen, teilte der örtliche Polizeichef Aslam Bangulzai mit.

Zu dem Anschlag bekannte sich wenig später die „Baluchistan Freiheitsarmee”, eine militante Gruppe, die für eine größere Autonomie der südwestpakistanischen Provinz kämpft. Gwadar liegt in der pakistanischen Unruheprovinz Baluchistan. Die Stadt ist ein Standort des chinesischen Mega-Infrastrukturprojektes „Neue Seidenstraße”. Bereits eröffnet wurde ein „Wirtschaftskorridor” zwischen dem Hafen der Stadt am Arabischen Meer und Kashgar in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang.

Bestandteil sind eine knapp 400 Kilometer lange Autobahn von Peshawar nach Karachi, die dieses Jahr fertig werden soll, ein Flughafen und ein Krankenhaus in Gwadar sowie Wasserkraftwerke. Das Hotel gehört ebenfalls zum millionenschweren chinesischen Infrastrukturprojekt.

Pakistan hofft auf Ankurbelung seiner Wirtschaft. Viele Bewohner der Provinz fühlen sich jedoch von den Profiten, die derartige Projekte bringen, ausgeschlossen. Erst vor drei Wochen hatten in Baluchistan bewaffnete Männer 14 Buspassagiere erschossen. Zu dem Überfall bekannt sich eine Separatistengruppe.

apa/dpa/ag

stol