Dienstag, 06. Februar 2018

Breitbandausbau in Südtirol: Es geht weiter

Die Landesregierung hat am Dienstag das 3-jährige Programm zur Umsetzung des flächendeckenden Breitbandnetzes genehmigt. Das Landesamt für Infrastrukturen der Telekommunikation hatte den Programmentwurf erarbeitet. Demzufolge werden 2018 insgesamt 6.501.000 Euro in die Verlegung von Glasfaserkabeln und den damit zusammenhängenden Arbeiten fließen. In den Jahren 2019 und 2020 sollen es jeweils 5 Millionen Euro sein – insgesamt also 16,5 Millionen Euro.

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Foto: © shutterstock

„Das Ziel der Landesregierung ist es, Südtirols Gemeinden und Gewerbegebiete flächendeckend an ein hochleistungsfähiges Hauptnetz anzubinden, damit Südtirols Haushalte und Unternehmen über ein schnelles Internet verfügen“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz der Landesregierung.

Die Strategie des Landes sehe außerdem vor, dass die Gemeinden mithilfe des Rotationsfonds die sogenannte letzte Meile bis hin zu den einzelnen Gebäuden finanzieren und verwirklichen. „Südtirol geht einen eigenen Weg. Denn während im übrigen Italien Netz und Betreiber staatlich sind, liegt die Zuständigkeit für das Breitbandnetz bei uns als Land Südtirol.“

Ein leistungsfähiges Netz werde es leichter machen, Provider zu finden, die allen Endverbrauchern schnelles Internet anbieten. „Sollten sich dennoch für bestimmte Gebiete keine Anbieter finden, werden wir Anbieter suchen“, betonte der Landeshauptmann. Südtirol stehe direkt mit der EU in Kontakt, um die diesbezüglichen Vorgangsweisen abzustimmen.

Zurzeit befinden sich 33 Glasfaserprojekte in Umsetzungsphase, die aber zum Teil über den Haushalt 2017 finanziert worden sind. Von den 12 Projekten des Programms 2018-2020, an denen zurzeit gearbeitet wird, werden sechs bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein. Eines davon betrifft den Hauptverteiler in Bozen, wo alle Linien zusammenfließen. Der PoP (Point of Presence) in Bozen ist im sogenannten B-Block der Infranet angesiedelt.

Der Hauptverteiler, der früher der Brennercom gehörte und nun auf die Landesgesellschaft Infranet übergegangen ist, erhält zusätzliche Leitungen, um dem wachsenden Kapazitätsanspruch zu entsprechen und für mögliche Teilausfälle gewappnet zu sein. Auch die Gemeinden Salurn, Prissian, Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix, Karthaus, Vernagt und das Gebiet entlang der Bahnlinie Meran–Mals werden in diesem Jahr an das Glasfasernetz angeschlossen.

Weiter gearbeitet wird außerdem an den Glasfaserverbindungen in Birchabruck/Welschnofen/Karerpass/Eggen/Obereggen, Jenesien/Afing, Salurn/Kurtinig und Neumarkt/Laag. Für insgesamt 16 Projekte steht der Abschluss der Ausschreibung unmittelbar bevor, so dass die Arbeiten in wenigen Monaten beginnen können. Beinahe abgeschlossen sind auch die Planungen für die Verbindungen Kampill/Kollman, Brixen/Klausen, Grödnerjoch/Kolfuschg, Laiburg/Pfatten; die Ausschreibungen dazu werden demnächst veröffentlicht.

Von Bedeutung sind außerdem weitere 22 Projekte, für die das Land Kooperationen mit Gemeinden oder Energiegesellschaften abgeschlossen hat. Diese ermöglichen es, dass das Landesamt für Infrastrukturen der Telekommunikation andere Grabungsarbeiten nutzt, um die Glasfaserrohre mit zu verlegen. Insgesamt sind es 33 Kooperationsprojekte, die derzeit umgesetzt werden.

Für 113 Projekte stehen die Planungen noch aus; diese sollen 2018 zumindest begonnen werden. Die Projektabschlüsse können erst in den kommenden Jahren erwartet werden.

lpa

stol