Samstag, 16. März 2019

„Bunga-Bunga”-Prozess: Model vermutlich vergiftet

Die Mailänder Staatsanwälte, die im Fall des Todes eines marokkanischen Models und Zeugin in einem Prozess gegen Italien Ex-Premier Silvio Berlusconi ermitteln, vermuten, dass die 33-jährige Imane Fadil mit radioaktiven Substanzen vergiftet worden sei. Diese Substanzen seien nicht im Handel, berichteten die Ermittler laut italienischen Medienberichten vom Samstag.

Fadil wollte ein Buch über den Bunga-Bunga-Skandal veröffentlichen.
Fadil wollte ein Buch über den Bunga-Bunga-Skandal veröffentlichen. - Foto: © APA/AFP

Die Leiche des am 1. März verstorbenen Models soll obduziert werden. Die Frau hatte einen Monat lang in einer Mailänder Klinik mit schweren Magenschmerzen gegen den Tod gekämpft. Im Gespräch mit Angehörigen und ihrem Rechtsanwalt hatte Fadil den Verdacht geäußert, sie sei vergiftet worden. Das Model war dabei, ein Buch über die Hintergründe des sogenannten Bunga-Bunga-Skandals zu schreiben, in den Berlusconi verwickelt war.

Die Ärzte der Klinik Humanitas, in der das Model gestorben ist, konnten keine klare Todesursache angeben. Sie sollen demnächst befragt werden, verlautete aus Justizkreisen.

Das Model hatte 2012 bei einem Prozess gegen Berlusconi ausgesagt, der mit dem Freispruch des Mailänder Großunternehmers endete. Fadil hatte über die Abende mit jungen Frauen berichtet, die Berlusconi in seiner Mailänder Residenz in Arcore organisierte. Gegen Berlusconi läuft zurzeit noch ein Prozess wegen Zeugenbestechung im Bunga-Bunga-Fall.

apa

stol