„Eine geordnete Hofübergabe schaut anders aus. Angela Merkel hat es verabsäumt, rechtzeitig eine Nachfolge vorzubereiten. Wahrscheinlich weil sie gar keine Nachfolge sehen wollte.“ <BR /><BR />Über Jahrzehnte hat sie fähige Mitstreiter und Mitstreiterinnen systematisch kaltgestellt, wenn sie sich stärker profiliert haben. Die großen Verluste der CDU sind großteils die Folge dieser egozentrischen Seite von Angela Merkel.<BR /><BR />Den Rest besorgte der Kurswechsel der Kanzlerin von Mitte-rechts nach Mitte-links: Angela Merkel gelang es, bei der SPD nach Stimmen zu fischen, die am Sonntag aber wieder zurückgekehrt sind. <BR /><BR />Und auf der rechten Seite der CDU konnten die abgewanderten Wähler nicht mehr zurückgeholt werden; die haben FDP und AfD gewählt. Was bleibt, ist eine verworrene Situation, die die CDU in eine missliche Lage bringt. <BR /><BR />Gelingt es Olaf Scholz, die FDP zu überzeugen, dass mit den Grünen eine Koalition möglich ist, wandert die CDU auf die Oppositionsbank. Diese Variante könnte zwar Christian Lindner den Vizekanzler bescheren, bei den nächsten Wahlen werden die Liberalen aber massiv verlieren, weil FDP-Wähler mit einer rot-grün-gelben Politikkoloratur wenig anfangen können. <BR /><BR />Die große Koalition zu wiederholen wird schwierig sein, weil dann der farblose Olaf Scholz als Wahlsieger die Kanzlerschaft beanspruchen wird.<BR /><BR />Bleibt als einzige Chance für die CDU/CSU, mit Grünen und FDP die Jamaika-Koalition aufzustellen. <BR /><BR />Aber auch das wird ein schwieriger Weg sein, da FDP und die Grünen massiv Zugeständnisse einfordern werden, um Armin Laschet in den Bundeskanzlersessel zu hieven.<BR /><BR />Gelingen könnte dieses Unterfangen aber schon, weil der christlich-soziale Laschet ein begabter Taktiker ist. Wer imstande ist, bei der Kandidatenaufstellung in der Union einen Markus Söder auszubremsen, dem ist auch mehr zuzutrauen.<BR /><BR />Die Grünen haben zwar einen Stimmengewinn zu verzeichnen, die Vorsitzende Annalena Baerbock ist aber angeschlagen. Die Plagiatsvorwürfe haben ihr Image massiv untergraben, und der Verlust ihres Direktmandates schwächt sie in der Partei. <BR /><BR />Der verlockende Ausweg aus diesem Tief könnte die Vizekanzlerschaft sein, die Laschet den Grünen anbieten wird. Zum Zuge kommen dürfte allerdings Robert Habeck , der das Amt als Trost für sein angeschlagenes Ego annehmen dürfte. Dafür werden die Grünen bei ihren massiven wirtschaftsfeindlichen Forderungen ordntliche Zugeständnisse machen müssen. <BR /><BR />Hilfe bei diesem Unterfangen wird Laschet von Christian Lindner bekommen. Die FDP dürfte die bittere grüne Pille leichter schlucken als eine rote und eine grüne in der Ampelkoalition. Die Verbindung mit der Union garantiert zudem mehr wirtschaftsfördernde Politik, was den Liberalen ihr größtes Anliegen ist. <BR /><BR />Deutschland könnte damit eine neue politische Linie beschreiten, die 2 Bereiche, die fälschlicherweise gegeneinander ausgespielt werden, zusammenführen kann: Umweltschutz und Wirtschaftskraft. Eine nachhaltige Politik zur Förderung der Wirtschaft und somit des Gemeinwohls sowie zum Schutz der Natur wäre der richtige Weg für die führende Wirtschaftsmacht in Europa.<BR /><BR /> <a href="mailto:toni.ebner@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">toni.ebner@athesia.it</a>