Donnerstag, 12. Mai 2016

Centaurus: "Mäßig zufrieden" - SJR: "Wichtig für Jugendliche"

Am Mittwoch gab das italienische Parlament nach langem Hin und Her grünes Licht für die Anerkennung homosexuelle Partnerschaften. Die Schwul-Lesbische Initiative Centaurus ist darüber nur gemäßigt erfreut.

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Foto: © shutterstock

"Das Cirinnà-Gesetz ist gewiss ein wichtiger Meilenstein im inzwischen 30-jährigen Kampf um die Rechte Homosexueller in Italien, schon allein deshalb, weil eine Gesetzeslücke - wenn auch nur teilweise - gefüllt wurde, die Italien zum Schlusslicht der Bürgerrechte in Europa gemacht hat", erklärt der Verein am Donnerstag in einer Aussendung.

Gleichzeitig würden die Mängel dieses Gesetzes einen überzogenen Enthusiasmus verhindern. Damit gemeint ist der Passus der "Stepchild-Adoption", der es dem jeweiligen Partner erlauben würde, leibliche Kinder aus einer früheren Beziehung des Partners zu adoptieren.

Dieser wurde aus dem Gesetzesentwurf gestrichen. Auch ist den Homosexuellen eine Ehe weiterhin vorenthalten. "Es ist ein Grund, dafür weiterzukämpfen - hin zu jenem Endziel, das die gleichgestellte Ehe ist."

Südtiroler Jugendring und Young+Direct: "Wichtiger Schritt auch für jugendliche Homosexuelle"

Der Südtiroler Jugendring (SJR) und seine Jugendberatungsstelle „Young+Direct“ zeigen sich hingegen erfreut über diesen wichtigen Schritt. „Das Gesetz ist ein positives Signal dafür, dass Gleichgeschlechtlichkeit akzeptiert wird und auch eine rechtliche Absicherung erfährt“, so Martina De Zordo, SJR-Vorsitzende. 

Young+Direct erfahre in seiner Arbeit immer wieder, mit welchen Schwierigkeiten Jugendliche, die bemerken, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, zu kämpfen haben. „Junge Menschen, die bemerken, dass sie homosexuell sind, fühlen sich oft verunsichert und tun sich schwer, offen hierüber zu sprechen. Es ist wichtig, dass sie hier nicht allein gelassen, sondern begleitet werden“, so Michael Reiner, Leiter von Young+Direct. 

„Diese rechtliche Anerkennung muss gleichzeitig von einer gesellschaftlichen Anerkennung begleitet werden. Elternhaus, Schule, Vereine und Arbeitsplatz sind gefordert ein Klima der Wertschätzung zu schaffen, damit der Diskriminierung homosexueller Menschen entgegengewirkt wird“, betont De Zordo abschließend. 

Es gehe darum, dass Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – grundsätzlich gleich behandelt werden, sind der SJR und Young+Direct überzeugt.

stol

stol