Dienstag, 06. Dezember 2016

„Corriere“: Renzi will PD-Chef bleiben

Als Ministerpräsident hat Matteo Renzi bereits seinen Rücktritt angeboten. Als PD-Chef aber will er offenbar am Steuer bleiben.

Matteo Renzi tritt zurück. Die Frage ist nur, von wie vielen Posten.
Matteo Renzi tritt zurück. Die Frage ist nur, von wie vielen Posten. - Foto: © APA/AFP

Das berichtet das Mailänder Blatt „Corriere della Sera“ am Dienstag online. In dem Artikel wird Noch-Premier Renzi zitiert, der am Montagabend Staatspräsident Sergio Mattarella aufgesucht hatte. Wie berichtet, hatte Renzi dem Staatsoberhaupt nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum vom Wochenende seinen Rücktritt als Ministerpräsident angeboten.

Mattarella bat Renzi daraufhin, noch einige Zeit im Amt zu bleiben – so lange, bis das Parlament das Haushaltsgesetz für 2017 verabschiedet hat. Dies könnte, Medienberichten zufolge, bereits diese Woche soweit sein. Dann könnte Renzi zurücktreten.

Renzi hat dem Aufschub zugestimmt. „Ich konnte mich nicht wie ein Kind benehmen, bockig sein und, weil ich das Spiel verloren haben, nun den Ball wegnehmen“, wird Renzi im „Corriere“-Artikel zitiert. „Natürlich – ein paar werden nun sagen, ich sei ein Sesselkleber. Aber wäre ich gegangen, hätten sie gesagt, ich verhalte mich unverantwortlich.“ Um zu zeigen, dass es ihm mit seinem Rücktritt dennoch durchaus ernst sei, habe er alle institutionellen Termine der nächsten Tage abgesagt.

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„Corriere“: Renzi will den PD weiter führen

Während Renzi seinen Rücktritt also durchziehen will, scheint er die Hände nicht vom Steuer des Partito Democratico nehmen zu wollen. Seit knapp drei Jahren ist Renzi Vorsitzender der Partei. Nach der Referendumsniederlage war spekuliert worden, ob Renzi nun auch als PD-Chef zurücktreten wird.

Dem ist offenbar nicht so. Der „Corriere“ zitiert den 41-Jährigen am Dienstag mit den Worten: „Ich bleibe Vorsitzender.“ Nach dem Referendum gebe es allerhand zu organisieren, da dürfe man sich keine Fehler erlauben, habe Renzi erklärt. Der Premier drängt, Medienberichten zufolge, auf Neuwahlen.

Andere in der Partei wollen Renzi angeblich davon überzeugen, doch noch das Ruder aus der Hand zu lassen. Sie wollen Renzi aus der Schusslinie nehmen, um dann, bei Wahlen 2018, mit ihm an der Spitze wieder anzutreten. Renzi allerdings hat offenbar andere Pläne. Das Parteigremium des PD tagt am Mittwoch. Eine Entscheidung wird erwartet.

stol

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