Mittwoch, 30. September 2015

Doch Spielraum für Geburtenabteilungen?

Südtirol und das Trentino bemühen sich gemeinsam um mehr Spielräume für die Geburtenabteilungen an kleineren und mittleren Krankenhäusern. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Mittwochabend gemeinsam mit seinem Trentiner Amtskollegen Ugo Rossi im Gesundheitsministerium vorgesprochen.

Die Landeshauptleute Ugo Rossi (links) und Arno Kompatscher.
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Die Landeshauptleute Ugo Rossi (links) und Arno Kompatscher.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sich am Mittwoch gemeinsam mit dem Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi und dem Trentiner Gesundheitslandesrat Luca Zeni ins Gesundheitsministerium aufgemacht, um die Chancen für eine Aufrechterhaltung der Geburtenabteilungen auszuloten.

Auf das Treffen haben sich die Landeshauptleute laut einer Aussendung des Landespresseamtes gemeinsam vorbereitet.

Kompatscher und Rossi haben Staatssekretär Vito De Filippo ihr Anliegen dargelegt und dabei auf die effiziente Arbeit verwiesen, die an den hiesigen Geburtsstationen geleistet werde.

"Weniger Kaiserschnitte und Komplikationen"

"Wir haben weniger Kaiserschnitte als der gesamtstaatliche Durchschnitt, ebenso gibt es bei uns weniger Komplikationen", betonte Landeshauptmann Kompatscher, "wir glauben auch, dass die derzeitige Regelung nicht anwendbar ist, da die personellen Voraussetzungen dafür fehlen."

Staatssekretär De Filippo zeigte sich durchaus informiert über die Situation in Südtirol und anerkannte die guten Zahlen. Er kündigte an, dass sein Ministerium derzeit an einem Dekret arbeite, das für besondere Situationen Abweichungen von den vorgegeben Standards ermögliche.

Schreiben für Gesundheitsministerin Lorenzin überreicht

Die beiden Landeshauptleute übergaben dem Staatssekretär auch ein an Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin gerichtetes Schreiben, in dem sie ihren Standpunkt darlegen.

Unter anderem erinnern sie daran, dass italienweit nur etwa 70 Prozent der Geburtenabteilungen mehr als 500 Geburten im Jahr nachweisen können, ganze 30 Prozent, also fast ein Drittel, liegen darunter. Daher, so beteuerten die Landeshauptleute heute gegenüber dem Staatssekretär, sei es wichtig, sich die Situationen im Detail anzusehen, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Kompatscher: "Sehr konstruktives Gespräch"

Landeshauptmann Kompatscher wertete das Gespräch im Gesundheitsministerium laut Landespresseamt als sehr konstruktiv und gab sich zuversichtlich, dass "sich Wege finden, um besonderen Situationen angemessen Rechnung zu tragen, denn unser aller gemeinsames Anliegen ist es ja, gebärenden Frauen und Neugeborenen die größtmögliche Sicherheit und eine qualitätvolle Betreuung und Versorgung zu bieten."

Mit dabei im Gesundheitsministerium waren auch die Südtiroler Parlamentarier Hans Berger, Renate Gebhard und Albert Plangger.

lpa

stol