Dienstag, 13. April 2021

Dolomiten: Ein neues Abkommen für den Verkehr auf den Pässen

Nachhaltige Mobilität auf den Dolomitenpässen ist Ziel einer am Dienstag von der Landesregierung genehmigten Vereinbarung zwischen Südtirol, dem Trentino, der Provinz Belluno und der Region Veneto.

Die Beruhigung der Pass-Straßen in den Dolomiten (im Bild das Grödner Joch) ist seit vielen Jahren ein Anliegen.
Badge Local
Die Beruhigung der Pass-Straßen in den Dolomiten (im Bild das Grödner Joch) ist seit vielen Jahren ein Anliegen. - Foto: © LPA/Angelika Schrott
Die Region Veneto, die 3 Provinzen und die Gemeinden Sëlva/Wolkenstein, Corvara, Cianacei/Canazei und Fodom/Buchenstein wollen für das Grödner Joch, das Sellajoch, den Campolongo Pass und das Pordoijoch ein Konzept für die nachhaltige Mobilität erarbeiten.

Das Einvernehmensprotokoll hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider genehmigt. Das neue Mobilitätsmanagement sieht integrierte Mobilitätssysteme vor, um die Verkehrsflüsse besser zu lenken und die Luft- und Lärmbelastung zu verringern und so das Unesco-Weltnaturerbe Dolomiten aufzuwerten.

Es sollen vorzugsweise saubere abgasarme Mobilitätsmittel auf den Pässen unterwegs sein. Weiters gilt es, Knotenpunkte zu schaffen, an denen zwischen öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln gewechselt werden kann. Auch die Zahl der Fahrzeuge auf den Pässen und in den Orten soll verringert werden. „Wichtigste Ziele sind die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu verbessern, die Umwelt zu schützen und die einzigartige, aber sensible alpine Bergwelt der Dolomiten auf nachhaltige Weise er-fahrbar zu machen“, unterstreicht Alfreider.

Monitoring soll weitergehen

Die Protokollunterzeichner wollen eine länderübergreifende Organisation installieren, die einen Mehrjahresplan für die Mobilität auf den Dolomitenpässen umsetzt, deren Entwicklungen überwacht und umfassende Daten zur Mobilität sammelt. Nicht nur die Intensität und Frequenz, sondern auch die Art der Verkehrsmittel, die die Pässe befahren, werden dazu jetzt schon an 12 Monitoring-Stationen erfasst. Die Dokumentation dieser Daten soll Zugang zu staatlichen und internationalen Zuschüssen verschaffen.

Im Protokoll vereinbaren die Beteiligten, in einer ersten Phase Sofortmaßnahmen für 2021 und 2022 für aktive Mobilität zu ergreifen: Mehr öffentliche Verkehrsmittel sollen bereitgestellt und integrierte Fahrkarten ausgegeben werden. Auch eine Sensibilisierungsaktion ist geplant.

Detailplanung für die ersten 6 Monate

Dann sollen die technischen Eingriffe auf den Straßen für 2023 und 2024 festgelegt werden, wobei Radwege entlang der Straßen auf die Dolomitenpässe und eigene Parkplätze in jedem der 4 betroffenen Täler miteinfließen. Weiters werden die technischen und rechtlichen Möglichkeiten zur Optimierung und Regulierung der Verkehrsströme vorgesehen und eine gemeinsame Informationsschnittstelle der Verkehrsströme der 4 Täler ausgemacht. Für diese 4 Schritte wird ein digitales Mobilitätsmanagement geschaffen. Schließlich wollen die Beteiligten gemeinsam auf staatlicher Ebene Anträge einreichen, um bei der Umsetzung der Vorhaben auf eine europäische Kofinanzierung zugreifen zu können.

Die Unterzeichner legen innerhalb von 60 Tagen einen Zweijahresplan für Eingriffe fest, wobei für die ersten 6 Monate Detailplanungen vorgesehen sind. Außerdem suchen sie die Organisationen aus, die die Eingriffe abwickeln und die Personen, die auf Verwaltungsebene und technischer Ebene für die Umsetzung zuständig sind. Das Memorandum of Understandig läuft vorerst 2 Jahre und ist verlängerbar.

lpa/stol