Donnerstag, 02. Dezember 2021

„Früher oder später wird jeder dem Virus begegnen“

Der Sanitätsbetrieb organisiert am 10., 11. und 12. Dezember eine Massenimpfung: An 3 Tagen gibt es an über 30 Standorten im ganzen Land von 8 bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich einfach und unkompliziert impfen zu lassen. „Wir bieten an einem Wochenende 100.000 Impfungen an“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Vorstellung am Donnerstag. „Wir hoffen, dass viele teilnehmen.“ Es sei klar, dass die „Wahrscheinlichkeit für ein halbwegs vernünftiges Weihnachten“ mit einer hohen Beteiligung an der Aktion steige. Das genüge als Anreiz, so der Landeshauptmann.

100.000 Impfungen an einem Wochenende sind geplant.
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100.000 Impfungen an einem Wochenende sind geplant. - Foto: © Shutterstock
Die Aktion startet mit Freitag, 10. Dezember, mit Impfmöglichkeiten in etwa 50 teilnehmenden Apotheken. Am Samstag, 11., und Sonntag, 12. Dezember, werden den ganzen Tag über Impftermine in den Impfzentren des Sanitätsbetriebes angeboten.

Die Impfzentren des Sanitätsbetriebes und jene der teilnehmenden Gemeinden öffnen am Samstag, 11. Dezember, und Sonntag, 12. Dezember, von 8 bis 20 Uhr. Dazu ist eine Vormerkung – telefonisch oder über das Online-System Sanibook – möglich, die ab diesem Samstag freigeschaltet ist. An den Nachmittagen gibt es freien Zugang für alle Kurzentschlossenen.

Wo wird geimpft?



Es gibt 10 Impfzentren des Sanitätsbetriebes, nämlich in: Bozen, Auer, Meran, Lana, Schlanders, Brixen, Sterzing, Bruneck, Innichen, Pikolein; und 29 Impfzentren der Gemeinden und des Sanitätsbetriebs: Bozen Messe, Bozen Universität, Deutschnofen, Eppan, Kardaun, Kastelruth, Neumarkt, Ritten, Sarnthein, St. Ulrich, Algund, Dorf Tirol, Graun, Latsch, Mals, Meran Turnhalle K. Wolf, Meran Sinich, Naturns, Prad, St. Leonhard, Ulten, Brixen Turnhalle Gasser, Klausen, Mühlbach, Ratschings, Bruneck M. Pacher, Ahrntal, Sand in Taufers, Welsberg.



„Ganz Europa macht sich auf den Weg“, sagte der Landeshauptmann. „Es gibt überall zusätzliche Anstrengungen, damit sich möglichst viele Menschen impfen lassen.“


Um Bedeutung dieser Initiative zu verstehen, sei ein Blick auf die Zahlen geboten, sagte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann: „230.000 Südtiroler sind am Stichtag 8. Dezember bereits seit 5 Monaten geimpft. 150.000 Südtiroler sind noch nicht geimpft. Mit dieser Initiative wollen wir allen die Möglichkeit geben, die dritte Dosis früher zu bekommen.“



58.000 Südtiroler seien schon geboostert. „Diese Woche werden wir einen Rekord aufstellen: 31.000 Bürger werden sich in dieser Woche impfen lassen.“ Niemand könne dem Virus ausweichen, sich davor verstecken. „Früher oder später wird jeder dem Virus begegnen. Es bleibt nur zu entscheiden, wie wir dem Virus begegnen: geschützt oder ungeschützt.“ Die Booster-Impfung schütze für Monate vor Ansteckung, Krankenhaus und Intensivstation. Jetzt liege es am Einzelnen, das Angebot der Massenimpfung zu nutzen. „Wir hoffen, es mögen viele sein.“




Die Massenimpfung ist eine logistische Herausforderung: Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler dankte allen, die daran mitwirken werden. „Wir stellen uns dieser Herausforderung nicht zum ersten Mal.“ Eine Steuerungsgruppe mit allen beteiligten Organisationen ist eingerichtet worden. „Vor Ort braucht es Hilfe vieler: das Sanitätspersonal, die Bediensteten der Gemeinden, viele Freiwillige – Rotes Kreuz, Weißes Kreuz und Freiwillige Feuerwehren. Ich möchte allen danken, die im Vorfeld beigetragen haben, um den Ablauf zu garantieren, und allen, die schon bisher einen großartigen Dienst geleistet haben und auch diesmal wieder bereit sein werden, ihren Dienst am Wochenende zu versehen.“




Der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer, wies auf die große Wirksamkeit der Impfungen hin: „Jetzt kommt es auf Schnelligkeit an.“

Bei der Massenimpfung soll vor allem der Wirkstoff von Moderna zum Einsatz kommen. Dieser sei bei einer Auffrischungsimpfung von Personen, die bei mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erst- und zweitgeimpft worden seien, besonders wirksam, sagte der Koordinator der Impfkampagne, Patrick Franzoni.



„Ich hoffe, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den kommenden Tagen noch steigt“, sagte Matteo Bonvicini vom Verband der Apothekeninhaber.



„Die Gemeinden werden sich wie beim Massentest und Aufstellen der Teststationen als verlässlicher Partner des Sanitätsbetriebes erweisen“, sagte der Präsident des Gemeindenverbandes, Andreas Schatzer. Wünschenswert wäre es, wenn die Nachbargemeinden der teilnehmenden Gemeinden diesen mit Personal aushelfen könnten, meinte er. „Das wäre ein schönes Zeichen der Zusammenarbeit. Die Aufgabe für uns Bürgermeister ist es, unsere Bürger von der Notwendigkeit der Impfung zu überzeugen.“


kn