Donnerstag, 22. November 2018

Ein Stuhl mit roten Frauensachen auch im Landtag

Anlässlich des internationalen Tags gegen die Gewalt an Frauen wird ab dem Freitag auch vor dem Landtag ein Stuhl mit roten Gegenständen aufgestellt. Er soll an die Frauen erinnern, die von ihren Partnern umgebracht wurden.

Auch im Landtag erinnert ein Stuhl an die Opfer der Gewalt an Frauen.
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Auch im Landtag erinnert ein Stuhl an die Opfer der Gewalt an Frauen. - Foto: © LPA

Ein Stuhl mit roten Frauensachen: eine Handtasche, Handschuhe, Schuhe. Und ein schwarzer Schal. Mit dieser Installation beteiligt sich der Landtag an die Aktion „Posto Occupato“ (Besetzter Platz), mit der man an alle Frauen erinnern will, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind, verübt von Ehemännern, Lebenspartnern, Bekannten und Unbekannten. Als diese Frauen noch am Leben waren, haben sie Plätze eingenommen, bei der Arbeit, im Theater, in der Schule, im Bus, in der Gesellschaft. Dort sind sie nun nicht mehr, weil ein Mann das so entschieden hat.

Alleine im Jahr 2018 fielen in Südtirol 4 Frauen häuslicher Gewalt zum Opfer und wurden getötet. Am Mittwoch erst haben Landesrätin Martha Stocker und die Vorsitzende der Kommission für Chancengleichheit, Ulrike Oberhammer, zu einer Pressekonferenz ins Landhaus 12 geladen. (STOL hat berichtet)

Das Präsidium des Südtiroler Landtags – Präsident Thomas Widmann, die Vizepräsidenten  Daniel Alfreider und Massimo Bessone sowie die Präsidialsekretäre Maria Hochgruber Kuenzer, Helmuth Renzler und Maria Rieder – hat am Donnerstag bei seiner ersten Sitzung beschlossen, dass dieser Stuhl auch im Landtag besetzt bleiben soll, im Gedenken an diese Frauen und als mahnender Hinweis zum Thema der Gewalt gegen Frauen, der heuer in Italien bereits 94 und in Südtirol 4 Frauen zum Opfer gefallen sind.

lpa

stol