Samstag, 15. Mai 2021

Endgültig Piste frei für Verlängerung

Jetzt ist es also fix: Die Landebahn am Bozner Flughafen darf verlängert werden. Am Freitagvormittag erging das entsprechende Urteil des Staatsrats in Rom.

In Bozen soll es bald schon wieder heißen: Bahn frei für die Landung.
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In Bozen soll es bald schon wieder heißen: Bahn frei für die Landung. - Foto: © DLife/RM
Ab sofort kann die Bagger am südlichen Ende des Flughafengeländes wohl keiner mehr aufhalten: Der Rekurs der ABD Airport AG gegen die Aussetzung der Arbeiten durch die Gemeinde Leifers ist höchstinstanzlich angenommen worden. Dies teilte der Anwalt der Klägerpartei, Dieter Schramm, dem Tagblatt „Dolomiten“ mit.

„Das bedeutet, dass der Flugbetrieb am Bozner Flughafen endgültig in die Vollen gehen kann und einer Verlängerung der Landebahn nichts mehr im Wege steht“, meint Schramm. Somit wurde der Versuch der Gemeinde Leifers abgeschmettert, durch eine Abänderung des Bauleitplans in der entsprechenden Zone und mit der Eintragung eines Landwirtschaftsgebiets und Biotops den Bau zu verhindern.

Es sind bereits zum zweiten Mal gute Nachrichten innerhalb kurzer Zeit für die Betreibergesellschaft: „Der Staatsrat hat vor einer Woche auch den Rekurs wegen des Aktienverkaufs abgewiesen“, berichtet Schramm. Rechtsanwältin Renate Holzeisen hatte mit dem Team K und 600 Anrainern vor dem Verwaltungsgericht in Bozen gegen den Verkauf der Flughafenaktien an Private geklagt, verloren und dagegen beim Staatsrat Rekurs eingereicht. Mit diesen beiden Entscheidungen ist nun nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern auch urbanistisch jede Hürde aus dem Weg geräumt, die den Ausbau verhindern hätte können, sagt Schramm.

Große Enttäuschung in Leifers

Während bei den Betreibern die Freude über diesen Urteilsspruch groß ist, herrscht auf der Gegenseite freilich getrübte Stimmung. Die Enttäuschung in der Gemeinde Leifers ist groß: „Wir wissen, was die Bevölkerung denkt, und haben uns sehr dafür eingesetzt. Leider hat uns der Staatsrat nicht Recht gegeben“, sagt der Leiferer Vizebürgermeister Giovanni Seppi. Er erinnert daran, dass das Verwaltungsgericht die Position der Gemeinde in erster Instanz bestätigt hatte.

„Es ist aber noch zu früh, genau zu sagen, wie wir das bewerten“, meint er. Nun werde das Urteil des Staatsrats in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Rechtsanwalt analysiert, um zu sehen, wie es weitergeht. Dass aber für die Gegner des Ausbaus nun wohl endgültig Ende Gelände ist, weiß auch er: „Leider.“

Ausständig ist noch der Ausgang des Rechtsstreits der Gemeinde Leifers mit der ABD vor dem Verwaltungsgericht bezüglich der Arbeiten zur Pistenverlängerung, die die Gemeinde verfügt hatte. Es geht dabei auch um einen möglichen Schadensersatz wegen dieser Aussetzung der Arbeiten. Dass sich die Gemeinde diesbezüglich etwas zu Schulden hat kommen lassen, ist für Seppi klar nicht gegeben: „Diese Verfügung haben wir wohlgemerkt aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts vorgenommen, nicht aufgrund einer willkürlichen Entscheidung“, unterstreicht Seppi. Die Verhandlung soll im Juni stattfinden.

d/cri