Über Geld reden fällt vielen Frauen schwer, schwerer als den meisten Männern: ein höheres Gehalt einfordern, die Haushaltsführungskosten aufteilen, die finanziellen Möglichkeiten der Familie durchblicken.<BR /><BR /> „Dennoch: Wir müssen über unseren Schatten springen und unsere finanziellen Interessen im Beruf und in der Familie vertreten und stärker als bisher Gerechtigkeit einfordern“, appelliert die SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard anlässlich des diesjährigen Equal Pay Day am Freitag, 22. April.<BR /><BR />Ein Lohnunterschied von 16,3 Prozent bei Vollzeitbeschäftigung in der Privatwirtschaft bedeutet in konkreten Zahlen ausgedrückt: der männliche Kollege erhält 100 Euro, während eine Frau – bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit wohlbemerkt – 84 Euro verdient.<BR /><BR /><b>Lohnlücke ist Rentenlücke</b><BR /><BR />„Dies wirkt sich unmittelbar auf das Einkommen und die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen in diesem Moment aus“, so Renate Gebhard, „hat aber auch langfristige Folgen: denn wer in seinem Arbeitsleben weniger verdient, schaut auch bei der Rente durch die Finger.“ Konkret: die Lohnlücke zieht eine Rentenlücke nach sich.<BR /><BR />1661 Euro beträgt die durchschnittliche Rente der Südtiroler Männer, 804 Euro jene der Frauen in Bezug auf eine lohnabhängige Arbeit in der Privatwirtschaft.<BR /><BR />„Dieses Beispiel zeigt, dass das Thema Equal Pay viel vielschichtiger ist, als auf den ersten Blick erscheinen mag“, fordert die SVP-Landesfrauenreferentin mehr Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen, „denn alles was mit der sogenannten Care-Arbeit verbunden ist, lastet zu einem großen Teil auf dem Rücken der Frauen: Haushalt und Familie, Erziehung und Pflege. Wenn Frauen dann für diese Arbeit noch im Berufsleben einen Schritt zurückgehen, dann ziehen sie nicht nur in Sachen 'Me-Time', sondern auch finanziell den Kürzeren – obwohl sie eigentlich in Summe mehr Stunden leisten als die Männer“, regt Gebhard zum Nachdenken an.<BR /><BR />„Was wir also brauchen ist zweifelsohne mehr Lohngerechtigkeit“, so Gebhard, „aber wir brauchen auch mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und in der Familie.“