Freitag, 11. September 2020

ESF 2019: 90 Millionen Euro, 700 Projekte

Mit mehr als 90 Millionen Euro an ESF-Mitteln sind 2019 in Südtirol knapp 700 Projekte finanziert worden. Bilanz hat heute vor dem Hintergrund des Covid-Notdstands der Begleitausschuss gezogen. Über den Europäischen Sozialfonds (ESF) fördert die Europäische Union mit jährlich zehn Milliarden Euro die Beschäftigung und unterstützt die Menschen beim Zugang zu bestmöglichen Arbeitsplätzen.

Der ESF-Begleitausschuss ist heute im Landhaus 1 in Bozen zu seiner jährlichen Sitzung zusammengetroffen.
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Der ESF-Begleitausschuss ist heute im Landhaus 1 in Bozen zu seiner jährlichen Sitzung zusammengetroffen. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Arbeitnehmenden, Jugendlichen und allen, die auf der Suche nach Arbeit sind, kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu. In Südtirol stehen im aktuellen Programmzeitraum 2014-20 rund 128 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen sollen neue Arbeitsplätze geschaffen, Aus- und Weiterbildung gestärkt, Menschen in den Arbeitsmarkt integriert und praxisnahe Projekte gefördert werden, die sich günstig auf Arbeits- und Lebensraum auswirken. Im Zusammenhang mit dem Covid-19-Notstand kommt dem ESF besondere Bedeutung zu. Darauf wurde am Freitag im Landhaus 1 in Bozen hingewiesen, wo der ESF-Begleitausschuss zu seiner jährlichen Sitzung zusammengetroffen ist.

LH Kompatscher: „Der einzige Weg, der uns eine nachhaltige Entwicklung garantieren kann, ist der europäische“

„Der Europäische Sozialfonds ist ein grundlegendes Instrument für die Entwicklung des Landes und für den sozialen Zusammenhalt, wobei seine Bedeutung in diesem Jahr coronabedingt deutlich zugenommen hat“, sagte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Eröffnung des heutigen Treffens. „Der einzige Weg, der uns eine nachhaltige Entwicklung garantieren kann, ist der europäische.“

40 Millionen Euro für den bilateralen Solidaritätsfonds

Als Beispiel für diese Bedeutung erinnerte der Landeshauptmann an das Abkommen über die Neuprogrammierung der Operationellen Programme, über das der Solidaritätsfonds mit 40 Millionen Euro an ESF-Mitteln gespeist wird, mit der Lohnausgleich in Corona-Zeiten finanziert wird. Das Abkommen war am vergangenen 15. Juli auf der Grundlage eines entsprechenden Landesregierungsbeschlusses vom zuständigen Minister unterzeichnet worden und steht nun vor der Umsetzung. Der Landeshauptmann betonte auch, dass sich die ESF-Planung im Besonderen auf die Bewältigung coronabedingter Schwierigkeiten ausrichten werde.

687 Projekte um 91,7 Millionen Euro

Bilanz über das Arbeitsjahr 2019 zog im Anschluss die Direktorin der Abteilung Europa. Im Sinne des heute vom Begleitausschuss genehmigten Umsetzungsberichtes wurden im Rahmen des Programms „Investitionen für Wachstum und Beschäftigung“ bis 2019 687 Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 91,7 Millionen Euro aus den fünf strategischen Zielen Beschäftigung, soziale Eingliederung, allgemeine und berufliche Bildung, institutionelle Kapazitäten und technische Hilfe finanziert.

Berufliche Fortbildung: 240 Projekte finanziert

Ein Schwerpunkt im Jahr 2019 war die berufliche Weiterbildung: Drei Bekanntmachungen wurden veröffentlicht, 31,3 Millionen Euro bereitgestellt und 240 Projekte finanziert. 40 Prozent der Mittel sind der Begleitung gefährdeter Menschen vorbehalten. Die Zahl der begünstigten Personen beläuft sich 2019 auf 12.698 bei insgesamt 18.841 Personen im gesamten Programmzeitraum. Frauen machen dabei 43 Prozent aus. Die Altersgruppe der unter 30-Jährigen ist am stärksten vertreten.

Auf dem Weg zur Neuprogrammierung

Im Hinblick auf die neue Programmplanung für die nächsten sieben Jahre 2021-2027 hat Südtirols ESF-Behörde bereits erste Weichen gestellt und die Beratungen aufgenommen. „Die Programmplanung 2021-2027 stellt für Südtirol ein Novum dar. Wir werden mit dem Anstieg der Arbeitslosenquote fertig werden, der sich in den Jahren 2021 und 2022 am stärksten auswirken wird“, unterstrich der Landeshauptmann. Er rief dazu auf, sich gut auf diese Herausforderung vorzubereiten, um dem Wirtschafts- und Sozialsystem Südtirols einen Impuls zu geben und die Folgen der Corona-Krise in Sektoren wie Tourismus und Dienstleistungen sowie in anderen Bereichen abzumildern.

lpa