„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“, heißt es. Mit der Wahrheit ist es jedoch nicht nur in, sondern auch vor und nach Kriegen so eine Sache. Denn schon Wochen und Monate bevor die ersten russischen Truppen einmarschierten, bereitete das Land den Boden dafür im Internet – mit gezielten Falschmeldungen, die sich via Social Media rasant verbreiteten. Die Netzwerke reagierten zwar, aber wie immer zu spät.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53168948_quote" /><BR /><BR /><BR /> Vor wenigen Tagen erst, nachdem die ersten Bomben bereits eingeschlagen waren, gab man stolz bekannt, vehement dagegen vorgehen zu wollen. „Wir ergreifen umfangreiche Maßnahmen, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu bekämpfen, und kennzeichnen Inhalte aus staatlich kontrollierten Medien und Inhalte, die von Faktenprüfern als falsch eingestuft wurden“, teilte etwa die Facebook-Mutter Meta mit. <BR /><BR /><BR />Was nach einem beherzten Eingreifen klingt, ist in Wahrheit der erneute Beweis dafür, dass man erst dann etwas unternimmt, wenn ein massiver Imageschaden droht. Bis dahin werden auf Facebook, Twitter, Youtube und anderen Portalen Desinformationskampagnen geduldet. <BR /><BR />Ein Sonderfall im Social-Media-Kosmos ist der Messenger Telegram. Bei Letzterem ist (fast) alles erlaubt - dort kann sich jeder beinahe unbehelligt austoben. So ist Telegram etwa zum Kanal der Wahl von Coronazweiflern und neuerdings auch Kriegsleugnern geworden. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53169332_quote" /><BR /><BR /><BR />Was sich auch diesmal wieder zeigte, ist, dass es ein strukturelles Problem gibt, das nur dadurch behoben werden kann, indem man die Unternehmen, die privatwirtschaftlichen Interessen folgen, noch stärker in die Verantwortung nimmt. <BR /><BR />Die Versuche, deren Macht über Hebel wie die Besteuerung oder den Datenschutz zu begrenzen, ist die eine Sache, aber es braucht wohl mehr als das. Kein Verbot, aber klarere und strengere Regeln von politischer Seite. <BR /><BR />Aussitzen ist in jedem Fall die schlechteste aller Optionen – das ist nämlich das, was Facebook und Co. seit Jahren machen. Europa – wie der Westen insgesamt - hat im Ukraine-Konflikt erstmals seit Langem bewiesen, dass es sehr wohl imstande ist, gemeinsam und entschlossen zu agieren. <BR /><BR />Diese Einheit ist auch im Kampf gegen Falschmeldungen mehr als nötig. Damit Soziale Netzwerke nicht zum ernsthaften Problem für die Demokratie werden.