Dienstag, 24. August 2021

Faistnauer: „Ich habe keine Bauvergehen begangen“

Beim Bau der Chalets in Trens habe es keine großen Bauvergehen gegeben – sehr wohl aber „kleine Abweichungen, die aber saniert werden können“, verteidigt sich Peter Faistnauer. Nun werde er eine „freie Fraktion“ gründen und als Abgeordneter weitermachen.

Peter Faistnauer im Dolomiten-Interview.
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Peter Faistnauer im Dolomiten-Interview. - Foto: © ACEROJP
Wie berichtet, hatte das Team K den Abgeordneten am Freitag aus der Partei ausgeschlossen.

„Dolomiten“: Herr Faistnauer, laut Medienberichten wird Ihnen vorgeworfen, Sie hätten bei Ihrem Hof in Trens einen Stadel abgebrochen und statt konventioniertem Wohnraum 4 Chalets errichtet – mit 8 Wohneinheiten statt 4...

Peter Faistnauer: Wir sind rechtlich in Ordnung. Wir haben in Trens eine Wohnung privat errichtet, und 3 Chalets waren immer schon für die Vermietung als Urlaub auf dem Bauernhof geplant. Das war laut altem Landesgesetz auch so möglich. Diese konventionierten Wohnungen, die auch im Grundbuch eingetragen sind, darf man laut dem alten Stadel-Artikel auch für Urlaub auf dem Bauernhof verwenden. Man muss nun auch dazusagen: Die Führung auf diesem Bauernhof habe nicht mehr ich seit 1. Jänner über, sondern ein Familienmitglied.

„D“: Wurden dann aber insgesamt 8 Wohneinheiten errichtet?

Faistnauer: Nein, nur 4.

„D“: Welche Unregelmäßigkeiten gab es dann beim Neubau?

Faistnauer: Von Unregelmäßigkeiten bei einem Bau kann man erst dann sprechen, wenn ein Bau abgenommen wird und dieser nicht gemäß Konzession errichtet wurde. Und dies ist nicht der Fall. Das sind die Fakten. Deshalb kann man auch nicht von Bauvergehen sprechen. Es geht um Kleinigkeiten, kleine Fenster, die verschoben sind um ein paar Zentimeter und um das kleine, etwa 6 Quadratmeter große Vordach bei einem der Chalets. Wenn dieses Vordach nicht genehmigt wird, dann muss es entfernt werden. Man ist mit den Technikern und der Gemeindeverwaltung in Austausch, um die Abschlussvariante dementsprechend vorzubereiten. Das ist alles sanierungsfähig wie bei jedem anderen Bürger in Südtirol auch. Bei einem Politiker sieht man aber anders hin und das Ganze wird aufgebauscht.

D“: Haben Sie das Feststellungsprotokoll der Gemeinde?

Faistnauer: Dieses Feststellungsprotokoll habe ich bereits seit Juni. Mich wundert, wer es weitergegeben hat. Es fällt unter die Privacy-Bestimmungen. Es scheint, dass hier ein falsches Schreiben an die Medien weitergegeben worden ist. Dort sind falsche Anschuldigungen drinnen. Es entspricht nicht dem, was die Gemeinde verfasst hat. Überhaupt darf kein Schreiben bei laufendem Verfahren weitergegeben werden.

„D“: Trotzdem: Sie waren früher selbst Bürgermeister, haben eine Baukonzession erhalten, nun müssen Sanierungen und Veränderungen vorgenommen werden. Die Optik ist nicht gut. Haben Sie nicht genau genug hingeschaut bei diesem Bau? Oder hat eine Firma hier einen Fehler gemacht?

Faistnauer: Nein. Ich will da niemanden beschuldigen. Aber wer arbeitet, der macht auch Fehler. Wenn man diese Fehler aber anschaut und in der Schwere bewerten würde im Gesamtbild des Vorhabens, dann merkt man, wie marginal diese sind. Wären die Abweichungen nicht marginal, dann wären sie auch nicht sanierbar.


Interview: Stephan Pfeifhofer

hof

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