Dienstag, 07. November 2017

Fall Adan beschäftigt den Landtag

Vor einem Monat starb in Bozen der 13-jährige kurdische Flüchtling Adan. Am Dienstag hat Riccardo Dello Sbarba die Frage nach der politischen Verantwortung in diesem Fall gestellt.

Am Dienstag wurde der Fall Adan im Landtag thematisiert.
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Am Dienstag wurde der Fall Adan im Landtag thematisiert.

Der Grüne Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba erinnerte während der aktuellen Fragestunde an den Tod des behinderten minderjährigen Kurden (STOL hat berichtet) und stellte diesbezüglich eine Reihe an Fragen an die Landesregierung.

Dello Sbarba wollte wissen, wann und wie das Land von der Anwesenheit der Familie in Südtirol in Kenntnis gesetzt worden sei, wie sich die Ereignisse abgespielt hätten und wer die politische und amtliche Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen trage.

Der Grüne fragte auch warum die Familie nicht aufgenommen worden sei, ob das Critelli-Rundschreiben zurückgezogen werde, ob das Prinzip der humanitären Hilfe nicht Vorrang habe und was nun mit der betroffenen Familie und generell mit allen besonders schutzbedürftigen Personen geschehe.

Stocker warnt vor Instrumentalisierung

Landesrätin Martha Stocker wies in ihrer Antwort, daraufhin,  dass die Chronologie der Ereignisse bereits veröffentlicht worden seien (STOL hat berichtet). Weitere Details würden derzeit von den zuständigen Behörden ermittelt.

Die Verfahren für Personen, die eigenständig nach Südtirol gekommen seien, müssten mit dem Staat abgesprochen werden. Die erwähnten Kriterien würden überprüft und nötigenfalls überarbeitet. Ebenso müsse die Kommunikation zwischen den zuständigen Stellen verbessert werden. Stocker warnte davor, solche Situationen zu instrumentalisieren, man wisse, wie geteilt die Meinung dazu in der Bevölkerung sei.

Mair stellt Fragen zur Rolle der Kirche

Auch die Landtagsabgeordnete der Freiheitlichen Ulli Mair nahm in einer Wortmeldung Bezug auf den tragischen Tod des kurdischen Jungen. Sie erinnerte an die Worte Bischofs Ivo Muser, der angemahnt hatte, dass Südtirol nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfe. Die Landtagsabgeordnete Mair wollte vor diesem Hintergrund wissen, wie viele und welche kirchliche Strukturen ihre Türen für Asylsuchende geöffnet hätten und ob im Fall Adan Kirchen und Klöster kontaktiert worden seien.

Landesrätin Stocker wies darauf hin, dass sie nicht wisse, wie viele kirchliche Einrichtungen Asylsuchende aufgenommen hätten und ob die genannten Einrichtungen im Fall Adan kontaktiert worden seien.

stol

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