Montag, 18. März 2019

Fall Khashoggi: Kronprinz soll Geheimaktion genehmigt haben

Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi erhärten US-Geheimdienstberichte einem Zeitungsbericht zufolge den Verdacht gegen den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Die „New York Times“ berichtete am Sonntag, der mächtige Thronfolger habe mehr als ein Jahr vor Khashoggis Ermordung eine Geheimaktion genehmigt, um Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem extra angereisten Kommando ermordet worden.
Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem extra angereisten Kommando ermordet worden. - Foto: © shutterstock

Im Zuge dieser Aktion wurden die Dissidenten dem Bericht zufolge überwacht, entführt, festgenommen und gefoltert. Die Zeitung beruft sich auf US-Vertreter, die als geheim eingestufte Berichte über den Fall ausgewertet haben. In Washington ist demnach von einer saudi-arabischen „Schnellen Eingreiftruppe“ die Rede.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem extra angereisten Kommando ermordet worden. Unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis schließlich zu, dass der Regierungskritiker bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme getötet worden sei. In Saudi-Arabien müssen sich mittlerweile 11 Verdächtige wegen des Mordes vor Gericht verantworten.

War der Kronprinz der eigentliche Auftraggeber?

Nach Darstellung der Führung in Riad ordneten der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani den Einsatz gegen Khashoggi an. Diese Darstellung wird aber international angezweifelt – viele verdächtigen Kronprinz bin Salman, der wahre Auftraggeber zu sein.

Dem Bericht der „New York Times“ zufolge wurden auch einige der Einsätze gegen andere Regierungskritiker von demselben Team ausgeführt, das Khashoggi tötete und seine Leiche zerstückelte. Das Kommando war demnach auch an der Festnahme und Misshandlung bekannter Frauenrechtsaktivistinnen im vergangenen Jahr beteiligt.

apa/afp

stol