Donnerstag, 09. Juli 2015

Flüchtlinge in Südtirol: Eine Hand wäscht die andere?

Wie du mir, so ich dir: So zumindest soll es bei der Unterbringung der Flüchtlinge in den Südtiroler Aufnahmeeinrichtungen sein. Während sich die Flüchtlinge sinnvoll zum Wohle der gastgebenden Dorfgemeinschaft einbringen sollen, sind die Einheimischen aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten.

Flüchtlinge, die sich in Südtirols Einrichtungen aufhalten, sollen sich in die Dorfgemeinschaft einbringen. Archivbild.
Badge Local
Flüchtlinge, die sich in Südtirols Einrichtungen aufhalten, sollen sich in die Dorfgemeinschaft einbringen. Archivbild. - Foto: © APA/DPA

Das ehemalige Altersheim in Mals, das ehemalige Reha-Zentrum "Salus" in Tisens, die Arbeiterhäuser am Meraner Bahnhof, eine Immobilie der Tertiarschwestern in Kastelruth, das Fischerhaus in Vintl, die ehemalige "Gnutti" -Kaserne in Wiesen-Pfitsch sowie das Josefsheim in Bruneck und die "Mercanti"-Kaserne in Eppan sind von der Landesregierung als Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge ausgemacht worden. 

In diesen Wochen und Tagen informieren Landesrätin Stocker und der Direktor der Landesabteilung Soziales Luca Critelli über den Ablauf der Flüchtlingsaufnahme in Südtirol und deren Unterbringung in den ausgewählten Standorten.

Stocker informiert Eppan

Im Mittelpunkt des Treffens am Mittwochabend mit den Vertretern der Gemeinde Eppan, unter anderem Bürgermeister Wilfried Trettl und Mitgliedern des Ausschusses und des Gemeinderates, sowie den Vertretern der örtlichen Vereine stand die geplante Unterbringung von Asylantragstellern in der "Mercanti"-Kaserne.

Landesrätin Stocker und Abteilungsdirektor Critelli gingen dabei auf die organisatorischen und baulichen Vorbereitungen, aber auch die Befürchtungen und Sorgen der Bevölkerung ein.

50 Menschen in Eppans Aufnahmeeinrichtung

"Laut den derzeitigen Plänen sollen in Eppan 50 Flüchtlinge untergebracht werden", informierte Landesrätin Stocker.

Während sich das Land und die mit der Führung der Einrichtung beauftragte Organisation um die Aufnahme, Unterkunft und Begleitung der Asylantragsteller kümmern werden, seien die Gemeinde und die Vereine vor allem in der Integrationsarbeit gefordert und von großer Bedeutung.

Bevölkerung soll mithelfen

"Wir ersuchen euch, Arbeitsmöglichkeiten, Möglichkeiten für gemeinnützige Tätigkeiten und für freiwillige Arbeitseinsätze der Flüchtlinge in eurer Gemeinde auszumachen, wichtig ist auch die Mithilfe in der Organisation von Sprachkursen", so Landesrätin Stocker.

In der Zeit des Wartens auf die Behandlung ihres Asylantrages - welche in der Regel 12 bis 15 Monate beträgt - könnten sich die Flüchtlinge so sinnvoll zum Wohle der gastgebenden Dorfgemeinschaft einbringen.

Bei Problemen reagieren

Stocker und Critelli regten weiters die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zwischen der mit der Führung beauftragten Organisation sowie den Gemeinde- und Vereinsvertretern an, um dort laufend Informationen auszutauschen, Rückmeldungen zu sammeln und bei Problemen rechtzeitig reagieren zu können.

Die Umsetzung der Flüchtlingseinrichtung in Eppan werde noch etwas an Zeit erfordern. "Wie vereinbart wollen wir die nächsten Schritte in enger Absprache mit der Gemeinde setzen und im Rahmen einer Veranstaltung vor Ankunft der Flüchtlinge auch die Bürger im Detail informieren", sagte Landesrätin Stocker. 

stol

stol