Montag, 18. April 2016

"Funktionale Umverteilung" gegen Ghettobildung in Schulen

Im deutschen Schulamt rüstet man sich gegen Schulklassen mit zu vielen Migrantenkindern.

Integration funktioniert dort am besten, wo ein ausgewogenes Verhältnis von Schülern verschiedenster Kulturkreise besteht. Das ist in einigen Schulen in Südtirol nicht der Fall: Dort häufen sich mittlerweile die Kinder mit Migrationshintergrund.
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Integration funktioniert dort am besten, wo ein ausgewogenes Verhältnis von Schülern verschiedenster Kulturkreise besteht. Das ist in einigen Schulen in Südtirol nicht der Fall: Dort häufen sich mittlerweile die Kinder mit Migrationshintergrund. - Foto: © shutterstock

Die Schule ist einer der Schlüssel zur Integration. Wenn die Zahl der Migrantenkinder in einer Schule oder Klasse aber überhand nimmt, dann droht die Ghettoisierung.

Das will die deutsche Schule verhindern – und nimmt dafür auch die Eltern einheimischer Kinder in die Pflicht. 

Das Schulamt hat bereits für das kommende Schuljahr Maßnahmen ergriffen, die in so genannten „Brennpunkt-Schulen“ greifen sollen. Also in Schulen, in denen die Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund derart überhand nimmt, dass sich einheimische Familien bewusst für eine andere Schule in der Umgebung entscheiden.

„Ghettos bilden sich eben auch, weil die einheimischen Kinder nicht mehr in bestimmte Schulen eingeschrieben werden“, erklärt Schulamtsleiter Peter Höllrigl. Wer mobil sei, der wähle für sein Kind eine Schule außerhalb seines Einzugsgebietes. Und so häufen sich in einigen Schulen – wohl oder übel – die Migrantenschüler, was für die Integration eher hinderlich als förderlich sei.

Deshalb gilt bereits für das kommende Schuljahr, dass die Kinder in Bozen nur mehr in die Schule ihres Einzugsgebietes eingeschrieben werden dürfen. Sind die Klassen voll, können Migrantenkinder auf andere – weniger problematische – Schulen verteilt werden. „Funktionale Verteilung“ nennt sich das im Integrationsgesetz von 2011 und betrifft nicht nur die Landeshauptstadt, sondern ganz allgemein „Brennpunkt-Schulen“: In problematischen Situationen können Migrantenschüler aus solchen  „Brennpunkt-Schulen“ in andere Schulen verteilt werden. 

wib/stol

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Mehr Details zu diesem Thema und was sich Schullandesrat Philipp Achammer erhofft, lesen Sie in der Montag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol