Donnerstag, 19. August 2021

„Gendering“: ZDF-Beitrag sorgt für Diskussionen

Das „Gendering“ des ZDF erhitzt die Gemüter in Deutschland: Sogar die Islamisten-Kämpfer der Taliban wurden „diskriminierungsfrei“ zur Sprache gebracht. Die „Gendersprache“- sprich Ausdrücke sowohl in ihrer maskulinen, als auch in der femininen Formulierung zu schreiben - sorgt schon seit geraumer Zeit für Diskussionen. Gegner dieser neuen Schreibweise finden es überflüssig und zeitaufwändig zu „gendern“, Befürworter jedoch halten es für einen Akt der Gleichberechtigung. Was also denken die Südtiroler darüber?

Ist die Gendersprache notwendig oder überflüssig?
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Ist die Gendersprache notwendig oder überflüssig? - Foto: © shutterstock
Am gestrigen Mittwoch sorgte ein Videobeitrag des ZDF über die aktuelle Situation in Afghanistan für Aufruhr. Im geposteten Video wurden die Kämpfer der Taliban in den Untertiteln als „Islamist*innen“ bezeichnet. Dies sorgte für heiße Diskussionen. Beispielsweise die BILD schreibt dazu, dass es bizarr sei, „frauenfeindliche Islamisten mit perversen Vorschriften“ betont diskriminierungsfrei zu erwähnen.




Diskussionsmotiv in Politik

Schon in den vergangenen Monaten war das Thema „Gendering“ ein Diskussionsgrund, auch in der Politik. Dabei halten es nicht alle so penibel mit dem „Gendering“ wie das ZDF.

„Es gibt nach meiner Wahrnehmung einen kulturellen Konsens in der Republik – die überwiegende Mehrheit der Menschen lehnt die Gendersprache ab.“, sagte CDU-Politiker Friedrich Merz sagte zum Thema Gendersprache und fügte hinzu: „Wer gibt zum Beispiel Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern das Recht, Prüfungsarbeiten auch danach zu bewerten, ob die Gender-Sternchen verwendet werden oder nicht?“

Knapp 2 Drittel der deutschen Bevölkerung sind, laut einer Umfrage, gegen stärkeres Gendern in der Sprache. Wie das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag der Zeitung „Welt am Sonntag“ feststellte, lehnten ganze 65 Prozent der Befragten die stärkere Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter in der Sprache und bei Formulierungen ab.

Befürworter des „Genderns“ sind der strikten Überzeugung, dass ein nicht von vorne bis hinten durchgegenderter Text, frauenverachtend und gegen Gleichberechtigung sei. Gegner wiederum halten die Gendersprache für unnötig, in keinster Weise diskriminierend und vor allem, den Lesefluss zerstörend. Welche Seite dieser Diskussionsparteien nun im Recht ist sei in den Raum gestellt.





Geo-Magazin: Gendern - aber elegant

Einige Magazine äußern sich aber auch durchaus wohlwollend und veränderungsbereit auf die sogenannte „Gendersprache“. Das Geo-Magazin beispielsweise ist gewillt, die zeitintensive Neuerung in Zukunft umzusetzen, da der „Unterschied nicht riesig“ sei. Im „Gendering“ gehe es um Gleichstellung, sprich Personen gleichwertig zu erwähnen und niemanden auszuschließen.

In einem Instagrampost schreibt das Geo-Magazin: „Wir achten ab jetzt in GEO auf gendersensible Sprache. Auf dem Weg zu dieser Entscheidung gab es heiße Diskussionen in der Redaktion, Pro- und Kontra-Listen – und einen Versuch: An konkreten GEO-Reportagen haben wir ausprobiert, was sich eigentlich wirklich ändert, wenn man die Texte mit einem Auge für gendersensible Sprache überarbeitet. Ergebnis: Wenn man es behutsam macht und sich Zeit nimmt, dann ist der Unterschied nicht riesig. Dann bleibt auch die Sprache elegant – und wird sogar präziser.“

stol