Donnerstag, 23. März 2017

Grüne: Flüchtlinge – Nordtiroler Beispiel folgen

„So kann’s gehen. Tiroler Lösungen zur Flüchtlingsfrage“, hat das Motto der Grünen am Mittwochabend gelautet.

Von Links: Chiara Rabini, Riccardo Dello Sbarba, Christine Baur und Karl Tragust. - Foto: Südtiroler Grüne
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Von Links: Chiara Rabini, Riccardo Dello Sbarba, Christine Baur und Karl Tragust. - Foto: Südtiroler Grüne

Ein Abend, an dem die Nordtiroler Soziallandesrätin Christine Baur, die Flüchtlingsbeauftragte des Bozner Gemeinderates Chiara Rabini, der Sprecher der grünen Arbeitsgruppe social&green Karl Tragust und Landtagsabgeordneter Riccardo Dello Sbarba zusammen mit Ehrenamtlichen den Umgang mit Flucht und Migration in Nord- und Südtirol beleuchteten.

„Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Europa kann und soll sich dieser Herausforderung nicht verschließen. Je schwieriger die Lage wird, desto besonnener müssen wir agieren. Grund- und Menschenrechte müssen sich in schwierigen Situationen bewähren - sie sind kein Schönwetterprogramm“, umriss Christine Baur ihre Grundhaltung.

„Stellen dem Thema nicht aus“

Den Sinn des Treffens erläuterte Brigitte Foppa: „Als Grüne stellen wir dem Thema nicht aus, sondern tragen Informationen zusammen und versuchen konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.“

Die Nordtiroler Landesrätin Christine Baur berichtete über die Situation in Nordtirol, wo sie einen Landesbetrieb eingerichtet hat, in dem circa 300 Angestellte sich um gut 6000 Menschen auf der Flucht kümmern.

Dabei werde nicht nur für Unterkunft und Verpflegung gesorgt, sondern von Anfang an auf konkrete Integrationsmaßnahmen gesetzt, schreiben die Grünen Co-Vorsitzenden Hans Heiss und Brigitte Foppa. Erfolgsbringend sei, sicher auch das persönliche Engagement der Landesrätin, die sich dem Thema sofort gestellt habe und keine entschuldigende Haltung an den Tag lege, sondern auf eine offensive Informations- und Managementtätigkeit setzte, schreiben die Grünen weiter.

„Große Zentren in Bozen nicht tragbar“

Chiara Rabini betonte bei dem Treffen, dass die großen Zentren in Bozen mit teils über 100 Bewohnern nicht tragbar seien und plädierte für eine Teilnahme am italienischen SPRAR-System um eine durchdachte Begleitung in kleinen Strukturen zu gewährleisten.

Karl Tragust, der einen Überblick über die verschiedenen Arten und Zeiten von Flüchtlingswellen und des damit verbundenen Krisenmanagementes gab, betonte wie wichtig Vergleiche sind und man nur aus ihnen lernen könne.

„Unterkünfte sind Südtirols nicht würdig“

Riccardo Dello Sbarba erweiterte den Blick in die Praxis, indem er über die Lokalaugenscheine der Grünen in den Südtiroler Flüchtlingsunterkünften berichtete. Die Unterkünfte seinen des reichen Landes Südtirols nicht würdig, bestätigten auch die verschiedenen Experten.

Südtirol reagiert mit Notstandspolitik

„Es kann nicht sein, dass Ehrenamtliche für die öffentliche Hand permanent in die Bresche springen müssen“, zitieren die Grünen den Tenor der anwesenden Ehrenamtlichen. Südtirol gehe davon aus, dass es sich nur um ein kurzfristiges Problem handele und reagiere mit einer Notstandspolitik. Damit müsse Schluss sein, Südtirol dem Beispiel Nordtirols folgen, die Probleme sehen, anerkennen und auf konkrete Integrationsmaßnahmen setzten, so die Grünen Südtirols.

stol

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