Mittwoch, 16. August 2017

Grüne: Südtirols Tourismus braucht einen Kurswechsel

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland und Norditalien, das blendende Wetter, die Angst vor dem Terror und das qualifizierte Angebot sind laut Südtirols Grünen die Gründe für die 33 Millionen Nächtigungen pro Jahr. Ein Rekordwert, der den Landtagsabgeordneten zu denken gibt.

Die Betten-Obergrenze sei überschritten meinen die Grünen.
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Die Betten-Obergrenze sei überschritten meinen die Grünen. - Foto: © shutterstock

Das hohe Auslastungs-Niveau von 2016 dürfte dieses Jahr um einige Prozentpunkte getoppt werden, prognostizieren die Grünen Landtagsabgeordneten am Mittwoch. Südtirols Touristiker seien über die blendend verlaufende Sommersaison sehr zufrieden.

Grüne: Massenpräsenz und Verkehrshorror eindämmen

Für die Erträge der Unternehmen, die Beschäftigungslage und die Konjunktur der tourismusnahen Branchen seien dies beste Vorzeichen, „anders hingegen für viele Einheimische, für Landschaft, Umwelt und Mobilität“, halten die Grünen fest.

Die Grünen seien dem Tourismus zwar grundsätzlich wohl gesinnt, es stelle sich aber die Frage wie Massenpräsenz und Verkehrshorror eingedämmt werden könnten.

„Der Andrang in manchen Tourismusorten, die Überflutung von Attraktionen wie der Pässe oder des hart geprüften Pragser Tales, die anhaltende Verkehrslawine sind nicht nur auf den August beschränkt, sondern kehren auch zu anderen Jahreszeiten immer häufiger wieder“, kritisieren Heiss, Foppa und Dello Sbarba.

Überangebot an Betten und Hotels

Die Gründe des Wachstums würden nicht allein in äußeren Rahmenbedingungen von Konjunktur und höherer Sicherheit, sondern auch im zunehmenden Überangebot an Betten und Hotels liegen. Denn:  „Zahlreiche Neueröffnungen erzeugen landesweit neben der Strukturverbesserung bestehender Betriebe einen Bettenbestand, der die im Raumordnungsgesetz angepeilte Obergrenze von 229.000 bereits überschritten haben dürfte“, so die Grünen.

Laut ihnen wachse bei manchen Touristikern Zweifel darüber, ob ein Moratorium nicht längst überfällig wäre.

„Kein weiter so“

Die Landtagsabgeordneten fordern deshalb
Landesregierung und Verbandsspitzen auf, über die Tourismus-Entwicklung ernsthaft nachzudenken. Ein „Weiter so“ verbiete sich, aus Gründen der Raumordnung, der Ökologie, des Klimas und der Lebensqualität vieler Südtirolerinnen und Südtiroler.

Und der Tourismus, so Heiss, Foppa und Dello Sbarba abschließend, sei nicht der wirtschaftliche Kernsektor Südtirols, sondern rangiere mit maximal 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukt deutlich hinter der Industrie.

stol

stol