Dienstag, 05. März 2019

Guaidos Rückkehr setzt Maduro unter Zugzwang

Triumphaler Empfang für Venezuelas Oppositionsführer: Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaido hat den Drohungen der Regierung getrotzt und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Bei einem umjubelten Auftritt in Caracas rief er am Montag zu neuen Massenprotesten auf. Staatschef Nicolas Maduro, der Guaido im Falle seiner Rückkehr mit einer Festnahme gedroht hatte, ließ ihn zunächst gewähren.

Juan Guaido ist weiter gefährdet verhaftet zu werden. - Foto: APA (AFP)
Juan Guaido ist weiter gefährdet verhaftet zu werden. - Foto: APA (AFP)

Die USA sehen Guaido aber weiterhin in Gefahr. Der Oppositionspolitiker landete am Montag auf dem Flughafen der Hauptstadt Caracas, wo er von Unterstützern, Journalisten und den Botschaftern mehrerer EU-Länder empfangen wurde. Anschließend fuhr er weiter ins Stadtzentrum. Dort hielt er vor zehntausenden jubelnden Anhängern eine Rede und rief für Samstag zu einem neuen Protestmarsch gegen Maduro auf.

Tausende Anhänger bei Kundgebungen 

Maduro hatte dem Präsidenten des von der Opposition dominierten Parlaments mit seiner Festnahme gedroht, da er trotz eines Ausreiseverbotes am 23. Februar das Land verlassen hatte. „Wir kennen die Risiken, denen wir ausgesetzt sind”, sagte Guaido nach seiner Rückkehr von einer mehrtägigen Südamerikareise. „Das hat uns noch nie aufgehalten”, rief er seinen Anhängern zu. „Wir sind stärker als jemals zuvor.” Auch in anderen großen venezolanischen Städten strömten tausende Guaido-Anhänger zu Kundgebungen zusammen.

Guaidos Rückkehr setzt Maduro unter Zugzwang. Eine Festnahme des Oppositionsführers würde massiven internationalen Protest hervorrufen - Guaido wird von mehr als 50 Ländern als Interimspräsident anerkannt, darunter die USA sowie Deutschland und zahlreiche weitere europäische Staaten. Sollte Maduro auf eine Festnahme verzichten, würde dies nach Einschätzung des Forschungsinstituts Eurasia Group seine Autorität schwächen.

apa/ag.

stol